Stuttgart & Region

Abwasser und Transportschiffe: Warum man lieber nicht im Neckar baden sollte

Neckar Schiff Freizeit Region Urlaub
Symbolbild. © ZVW/Gabriel Habermann

Das Coronavirus sorgt dafür, dass viele Menschen in diesem Sommer zuhause bleiben. Statt Badeurlaub in Spanien geht es an die regionalen Badeseen und Flüsse, auch im Neckar wird immer wieder gebadet. Warum wir das nicht tun sollten, erklärt die Wasserschutzpolizei Stuttgart in einer Pressemitteilung.

Kläranlagen leiten ihr gereinigtes Abwasser in den Neckar

Zum einen ist der Neckar kein ausgewiesenes Badegewässer, da er die gesetzlichen Vorgaben der entsprechenden EU-Richtlinie nicht einhalten kann. Er erfüllt an mehreren Stellen auch nicht die Badegewässerverordnung von Baden-Württemberg, dadurch gibt es auch keine ausgewiesenen Badestellen. Der Neckar ist also schon per Gesetz kein geeigneter Badeort.

Zum anderen ist der Neckar ein sogenannter "Vorfluter". Das bedeutet, dass Kläranlagen ihr gereinigtes Abwasser in den Fluss leiten. Zwar sorgen die Reinigungssysteme der Kläranlagen dafür, dass die Keime zum Teil abgebaut werden - das klappt jedoch nie vollständig. Im Neckar befinden sich also Krankheitserreger wie Fäkalkeime, Salmonellen, Viren oder Pilze. Die Wasserqualität des Neckars kann dadurch sogar gesundheitsschädlich sein.

Der Neckar ist eine Bundeswasserstraße

Was die A8 für die Autofahrer ist, ist der Neckar für Güter- und Tankmotorschiffe. Dementsprechend wird der Fluss von großen Schiffen befahren, die für Badende erhebliche Risiken darstellen. Außerdem gibt es eine Sonderregel: Berufsschiffe haben immer Vorfahrt, alle anderen Schiffe müssen ausweichen. Je nach Größe der Schiffe können diese aber keine schnellen Ausweichmanöver ausführen, außerdem sind sie sehr träge. Es können also beim Rangieren der Schiffe Gefahren für Badende entstehen.

Baden an Schleusenanlagen ausdrücklich verboten

Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, quasi die Straßenverkehrsordnung für Binnenwasserstraßen, verbietet das Baden explizit an bestimmten Stellen. So ist das Schwimmen und Baden im Bereich von 100 Meter oberhalb und unterhalb von Wehr- und Schleusenanlagen ausdrücklich verboten. Der dortige Schiffsbetrieb und die starke Strömung können lebensgefährlich sein. 

Zum Abschluss gibt die Wasserschutzpolizei noch einen wichigen Hinweis: "Wer trotz aller Bedenken auf das Baden im Neckar nicht verzichten möchte, sollte sich unbedingt auf den Flussrand beschränken und nicht in die Schifffahrtswege schwimmen."