Blitzeis in Stuttgart und der Region: Die Bilanz von Feuerwehr und Polizei
Stuttgart. Gefrierender Regen hat am Mittwochmorgen (15.01.) nicht nur im Rems-Murr-Kreis für zahlreiche Glätte-Unfall gesorgt. Auch in Stuttgart waren die Straßen und Wege teilweise spiegelglatt. Dementsprechend viel zu tun hatten die Einsatzkräfte im Kessel, erst gegen Nachmittag entspannte sich die Lage. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, die Polizei berichtet von fast 150 Unfällen. Ähnlich verheerend war der Tag auch im benachbarten Landkreis Ludwigsburg, wo ein Gesamtsachschaden in Millionenhöhe entstand. Der Überblick ( Stand: 17.12 Uhr ):
"Im Stadtgebiet Stuttgart kam es zu einer Vielzahl an Verkehrsunfällen und gestürzten Fußgängern", lautete die erste Bilanz der Feuerwehr vom Vormittag. Der Rettungsdienst befinde sich quasi "im Dauereinsatz". Inzwischen liegen auch aktuelle Zahlen vor: Zwischenzeitlich waren laut der Pressestelle der Feuerwehr knapp 240 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Katastrophenschutzeinheiten und der Feuerwehr Stuttgart im Einsatz. Und somit etwa 85 Einsatzkräfte mehr als an einem normalen Tag. "Gegen Nachmittag entspannte sich die Lage im Stadtgebiet wieder, die außergewöhnliche Einsatzlage konnte beendet werden und die zusätzlichen Einheiten wurden aus dem Einsatz entlassen", heißt es um kurz nach 17 Uhr.
"Außergewöhnliche Einsatzlage" für den Stadtkreis Stuttgart ausgerufen
Zusätzlich zu den Fahrzeugen des vorgeplanten Regelrettungsdienstes seien zwischenzeitlich alle verfügbaren Rettungswagen und Krankenwagen mit dienstfreiem Personal in den Einsatz genommen worden. Auch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr unterstützen nach Kräften. Für den Stadtkreis Stuttgart sei am Morgen "eine Außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen", heißt es von der Feuerwehr. Dies ermöglicht es, weitere Einheiten des Katastrophenschutzes in den Dienst zu nehmen, um die große Anzahl an Einsätzen abzuarbeiten. Auch das Personal in der Integrierten Leitstelle Stuttgart wurde auf das Maximum erhöht, sie bearbeitete alleine bis 12 Uhr 500 Notrufgespräche.
Knapp 150 Verkehrsunfälle im Stadtgebiet Stuttgart
Eine vorläufige Bilanz zum turbulenten Mittwochmorgen hat mittlerweile auch das Polizeipräsidium Stuttgart veröffentlicht. Demnach hat es im Stadtgebiet knapp 150 Verkehrsunfälle aufgrund von Glätte und Blitzeis gegeben. Die Unfälle ereigneten sich laut Polizei im Zeitraum von 5 Uhr bis 12 Uhr.
"Bei drei dieser Unfälle verletzten sich insgesamt drei Personen leicht", heißt es aus dem Stuttgarter Präsidium. Mehrere Straßen mussten durch die Beamten gesperrt werden, um weitere Unfälle zu verhindern. Gegen 08.30 Uhr sperrten die Beamten den schmalen Speidelweg zwischen den Stadtteilen Rohracker und Frauenkopf, nachdem dort auf der abschüssigen Straße sechs Fahrzeuge durch Unfälle beschädigt wurden.
Viele Verletzte und hoher Schaden im Landkreis Ludwigsburg
Für eine "außergewöhnliche Einsatzlage" haben die Witterungsverhältnisse auch im Zuständigkeitsbereich des benachbarten Polizeipräsidiums Ludwigsburg geführt. "In der Spitze musste das Führungs-und Lagezentrum mehr als 200 Einsätze gleichzeitig koordinieren, davon rund 190 Unfälle im Zusammenhang mit Glatteis", so die Polizei in einer Mitteilung von 16 Uhr.
{element}Bis 12 Uhr registrierte das Polizeipräsidium Ludwigsburg insgesamt 416 Unfälle. "Der entstandene Gesamtsachschaden wird auf knapp zwei Millionen Euro geschätzt". 38 Unfälle davon ereigneten sich auf den vom Präsidium betreuten Autobahnabschnitten. Neun Personen erlitten leichte Verletzungen, eine Person wurde schwer verletzt. Auch die 378 Unfälle auf den übrigen Straßen verliefen laut Polizeiangaben "vorwiegend glimpflich". In zwölf Fällen kam es zu Personenschaden, wobei lediglich eine Person schwer verletzt wurde.


