Stuttgart & Region

Festnahme am Hauptbahnhof Stuttgart: Passanten werfen Polizei Rassismus vor

Polizei Polizistin Einsatz  Handschellen symbol symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © Pixabay (CC0 Public Domain)

Passanten haben einer Polizeistreife nach der Festnahme eines kamerunischen Staatsangehörigen am Mittwoch (03.06.) Rassismus vorgeworfen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Bundespolizei Stuttgart am Donnerstag hervor.

Mitarbeiter der Deutschen Bahn hatten die Bundespolizei gegen 10 Uhr über eine verwirrte Person vor dem Reisezentrum am Stuttgarter Hauptbahnhof informiert. Bei der Person handelte es sich um einen 40 Jahre alten kamerunischen Staatsangehörigen, der laut Polizeibericht "starke alkoholbedingte Ausfallerscheinungen" zeigte und sich nach Polizeiangaben nicht mehr selbstständig fortbewegen konnte. Der Mann, der im Rems-Murr-Kreis wohnt, war mit gut zwei Promille betrunken. Er soll gegenüber den Polizisten "verbal aggressiv" geworden sein. Laut Bericht schrie er herum und warf sich vor die Füße der Beamten. Wegen seiner "massiven Ausfallerscheinungen" und um zu verhindern, dass er sich und andere gefährdet, nahm die Bundespolizei den Mann in Schutzgewahrsam.

Einsatz von Bodycam aufgezeichnet

Während er durchsucht wurde, verhielt sich der Mann laut Polizei "anhaltend aggressiv" und versuchte sich zu entkleiden. "Auf dem Weg zum Bundespolizeirevier ließ sich der Mann mehrfach fallen und schrie lautstark umher, woraufhin zahlreiche unbeteiligte Reisende auf den Sachverhalt aufmerksam wurden", heißt es im Polizeibericht weiter. In der Folge sahen sich die Polizeibeamten Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Mehrere Passanten beschimpften die Polizisten außerdem lautstark. 

Eine weitere Streife der Bundespolizei kam zur Unterstützung hinzu. Der 40-Jährige wurde schließlich aufs Polizeirevier gebracht. Nach seiner Ausnüchterung konnte er seinen Weg eigenständig fortsetzen. Laut Polizei wurde niemand der Beteiligten verletzt. Der gesamte Einsatz wurde von einer Bodycam aufgezeichnet. Sollte es im Nachgang zu Beschwerden über die eingesetzten Polizisten kommen, würden diese Aufnahmen als Beweismittel eingesetzt, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei auf Nachfrage.