Stuttgart & Region

Fledermäuse im Schlafzimmer

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Symbolbild Fledermaus © ZVW

Stuttgart. Polizeibeamte waren in der Nacht zum Donnerstag (26.07.2018) in einer Wohnung an der Kniebisstraße für den Tierschutz im Einsatz.

Eine 46-jährige Frau meldete gegen 02.00 Uhr, dass sich acht bis zehn Fledermäuse in ihre Wohnung im vierten Stock verflogen hätten und bat um Hilfe. Beim Eintreffen der Beamten flogen noch drei der Fledertiere umher. Mit Hilfe einer mitgebrachten Gardine gelang es den Beamten, die drei verirrten Zwergfledermäuse (lat. "Pipistrellus pipistrellus") einzufangen und im Bereich der Klingenbachanlagen wieder in die Freiheit zu entlassen.


Fledermäuse in der Wohnung - was tun?

Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg (www.agf-bw.de) gibt Tipps zum Umgang mit den geschützten Tieren. 

Gerade im Frühjahr oder im Herbst kommt es oft vor, dass vorwiegend Zwergfledermäuse in Wohnungen einfliegen. Sie sind auf dem Zug ins Winter- oder Sommerquartier und haben sich einen warmen Schlafplatz in Ihrer Wohnung gesucht. Die AGF empfiehlt drei Varianten, um die Tiere dazu bewegen, wieder nach draußen zu fliegen.

Die sportliche Variante: Es klingt zwar hart, aber wird die Fledermaus z.B. mit einem Tuch oder einem Schal gejagt, so wird sie müde fliegt so tief, dass die geöffenten Fenster oder Türen gefunden werden. Oder man wirft der Fledermaus ein zusammengeknotetes Handtuch in die Flugbahn. Verfängt sich das Tier darin, so kann es schnell nach draussen gebracht oder vors Fenster gehalten werden.

Die schonende Variante: Sind die kleinen Tiere nicht zu sehen empfiehlt es sich, kurz vor der Dämmerung die Fenster zu öffnen, die Lichter auszumachen und das Zimmer für eine Stunde nicht zu betreten. Anschließend sollte man mit einer Taschenlampe im Zimmer schauen ob noch ein Tier herumfliegt. Wenn nicht, sind hoffentlich alle Tiere wieder "ausgeflogen".

Die Variante für mutige: Sollten Sie die "Eindringlinge" sehen, dann kann man diese vorsichtig am Morgen, wenn sie im Tiefschlaf sind, abpflücken - allerdings nie mit ungeschützten Händen anfassen - und in einen Schuhkarton mit Luftlöchern packen. Abends kann dieser Karton in erhöhter Position draußen aufgestellt und geöffnet werden. Der Karton muss dicht schliessen damit die Tiere nicht wieder entwischen, aber Luftlöcher sind nötig. 

Wichtig: Solange noch Tiere in der Wohnung sind, fliegen jede Nacht neue Tiere ein um dem Tier zu helfen oder ihr Gesellschaft zu leisten deshalb muss das/die Fenster nachts zu bleiben. Sollte noch ein Tier, nach all den angewandten Methoden den Weg nicht nach Draussen gefunden haben, kommt es spätestens am nächsten Tag zum Vorschein weil es Wasser sucht. 

Sehen Sie eine Verletzung sollten Sie den Flattermann/frau zum Tierarzt bringen. Die Behandlung von Wildtieren ist meist kostenlos.