Stuttgart & Region

Großes Polizeiaufgebot in Stuttgart: Hunderte Feiernde verstoßen gegen Corona-Auflagen

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Am Osterwochende hat die Polizei einige Verstöße gegen die Corona-Regeln festgestellt (Symbolfoto). © Benjamin Büttner

In der Nacht auf Pfingstsonntag (31.05.) ist es in Stuttgart zu Tumulten mit größeren Polizeieinsätzen gekommen. Zunächst beobachteten Kräfte der Sicherheitskonzeption Stuttgart wie sich am Samstag kurz vor 24 Uhr rund 500 junge Menschen um die Treppen am Kleinen Schlossplatz trafen und offenbar die Corona-Regeln missachteten. Die überwiegende Mehrzahl habe sich nicht an das Abstandsgebot gehalten und den Platz vermüllt. Nach Mitternacht begannen die Streifen die Personen auch mit Lautsprecherdurchsagen anzusprechen. Daraufhin wurden aus der Menge heraus Flaschen auf die Beamten geworfen. Von den Beamten wurde niemand verletzt, aber ein Streifenwagen an mehreren Stellen leicht beschädigt. Nachdem die Personen laut Polizei den Beamten gegenüber verbal aggressiv wurden und die Anweisungen missachteten, wurden ein Dutzend Streifenwagenbesatzungen, darunter Hundeführer, Gruppen der Sicherheitskonzeption und Kriminalbeamte hinzugezogen, um die Menge vom Kleinen Schlossplatz zu drängen. Im Bereich der Theodor-Heuss-Straße und dem Rotebühlplatz wurde die Menge aufgelöst.

18-Jähriger täuscht Straftat vor

Gegen 02.00 Uhr habe ein Anrufer eine Auseinandersetzung mit einem Messerangriff in der Büchsenstraße gemeldet. Der Anrufer sagte aus, dass ein Mann ihn angesprochen und mitgeteilt habe, er sei "abgestochen" worden. Streifenbesatzungen stellten nach eigenen Angaben vor Ort fest, dass das vermeintliche Opfer sich einen Spaß erlaubt hatte. Wegen des Vortäuschens einer Straftat wollten die Beamten die Personalien des 18-Jährigen erheben. Daraufhin habe der junge Mann zu schreien begonnen und sich gegen die Polizeimaßnahmen gesperrt. Mehrere hundert Schaulustigen solidarisierten sich daraufhin mit dem 18-Jährigen und kreisten die Beamten ein. Sie beschimpften sie unter anderem als Rassisten. Mehr als 30 Streifenwagen wurden herbeigerufen, um die Lage in den Griff zu bekommen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und wertet unter anderem auch vorhandene Aufnahmen von Bodycams der eingesetzten Streifen aus. Das Polizeipräsidium Stuttgart geht beim derzeitigen Ermittlungsstand davon aus, dass der 18-jährige polizeibekannte Dunkelhäutige die Situation absichtlich herbeigeführt hat. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0711 8990 5778 bei der Kriminalpolizei zu melden.