Stuttgart & Region

Heute nacht blüht die Titanwurz in der Wilhelma

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Zu sehen ist die Titanwurz im Schmetterlingshaus der Wilhelma. © Christine Tantschinez
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An der rotbraunen Färbung der Innenseite des Hochblattes ist zu erkennen, dass die Blüte kurz bevorsteht.

Stuttgart. Noch seltener als eine Fußballweltmeisterschaft: DieTitanwurz, die wohl berühmteste und auch stinkigste Pflanze unter den mehr als 8000 Arten des zoologisch-botanischen Gartens Wilhelma, blüht nur etwa einmal alle sieben Jahre. Dienstag Nacht ist es nun endlich soweit. Zu Ehren dieses feierlichen Momentes hat das Schmetterlingshaus der Wilhelma heute bis 24 Uhr geöffnet.

>>Mehr dazu: Alle wollten den Stinker sehen

Das gespannte Warten hat nun ein Ende. Dienstag wird die Titanwurz für eine einzige Nacht in der Wilhelma ihre Blüttenblätter öffnen. Allerdings: Wer eine wunderschöne, prachtvolle Erscheinung erwartet, liegt völlig daneben. Der Sonderling von der indonesischen Insel Sumatra, Amorphophallus titanum, will gar nicht mit Schönheit und Wohlgeruch betören. Nein, sie stinkt lieber erbärmlich und heizt sich auf 38 Grad auf. Denn als sogenannte Täuschblume will die Pflanze einen verwesenden Kadaver imitieren, Insekten anziehen, die dort ihre Eier ablegen. Der Nachwuchs ist natürlich anschließend verloren, weil es bei der Titanwurz, dieser Hochstaplerin, ja gar nichts zu fressen gibt und die Larven verhungern. 

Dennoch: Groß ist sie, die Titanwurz, auch wenn das Exemplar in der Wilhelma eher zu den zarteren Vertretern zählt. "Alberich" wird die Zwerg-Titanin deswegen liebevoll von der Belegschaft genannt, frei nach dem Zwergenkönig der Nibelungen-Saga. Mit 125,5 Zentimetern aber ist das Gewächs aber stattlich genug. 

Seit Wochen wartet nun die Wilhelma bereits auf den Moment, wenn Alberich endlich ihren Blütenstand öffnet. Dann öffnet die Wilhelma noch am selben Tag für die Blüte - und nur an diesem Tag - das Schmetterlingshaus bis 24 Uhr. Besucher können dann zum vergünstigten Abendtarif vorbeischauen und das besondere Schauspiel, inklusive des typischen markant-fauligen Geruchs, erleben. Der Rest des Parks schließt jedoch zur normalen Zeit um 20 Uhr. Voraussichtlich kann die Blüte morgen Vormittag noch betrachtet werden, fällt aber im Laufe des Tages in sich zusammen. Also, nix wie hin und - Atem anhalten.