Stuttgart & Region

Immer weniger Leute kaufen ein E-Auto: Warum ist das so?

Kopie von E Ladestation E Auto Stromtankstelle Ökostrom Ladekabel Symbol Symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Das E-Auto wird unbeliebter. Immer weniger Leute kaufen sich ein rein elektrisches Fahrzeug, die Zahl der Zulassungen sinkt stetig. Warum ist das so? Was hindert Konsumenten daran, ein E-Auto zu kaufen? Und welche Faktoren beeinflussen den Kauf? Das untersucht Robin Schellinger (26) aus dem Kreis Calw in seiner Bachelorarbeit. Eine Umfrage soll Faktoren herausarbeiten, die für oder gegen den Kauf eines E-Autos sprechen (zur Umfrage auf empirio.de).

Robin Schellinger
Student Robin Schellinger (26) will herausfinden, wieso Konsumenten vor dem Kauf eines E-Autos zurückschrecken. © Privat

E-Autos werden immer unbeliebter: Was hindert Konsumenten am Kauf?

Wer Wirtschaftsingenieurwesen studiert und sich für die Automobilindustrie interessiert, kommt am Thema E-Mobilität nicht vorbei. Beides ist bei Robin Schellinger aus Althengstett der Fall. Der 26-Jährige befindet sich aktuell im 7. Semester an der Hochschule Pforzheim und schreibt an seiner Bachelorarbeit. Thema: „Analyse der Einflüsse durch Elektrofahrzeuge auf Automobilindustrie, Wirtschaft und Umwelt“.  Während die Bachelorarbeit für die meisten Studierenden ein leidiges Thema ist, das im Rahmen des Studiums abgearbeitet werden muss, geht Schellinger in seiner Forschungsarbeit voll auf.

„Ich interessiere mich sehr für die Automobilindustrie und habe festgestellt, dass E-Autos zuletzt hinter den Erwartungen liegen“, sagt der gebürtige Nagolder. Dies belegen auch die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA): Im Juni 2024 wurden 18,1 Prozent weniger E-Autos zugelassen als im Monat des Vorjahrs. Und dass, obwohl in diesem Jahr insgesamt mehr Autos angemeldet wurden – vor allem Benziner. Da habe sich der Student gefragt: „Warum ist das so? Welche Kaufhemmnisse gibt es für ein E-Auto?“

Mit der nun anstehenden Bachelorarbeit habe sich für den Studenten die Chance ergeben, Interesse und studentische Pflicht zu kombinieren. „Ich habe richtig Bock, das Thema zu bearbeiten.“ In den vergangenen Jahren habe Schellinger immer wieder festgestellt, dass es viele unterschiedliche Kaufkriterien gibt. Zu dem Thema liegen zwar bereits Daten vor, diese fallen aber mitunter sehr unterschiedlich aus. Übereinstimmungen lassen sich nur selten finden. Daher will der gelernte Mechatroniker das Lenkrad sprichwörtlich selbst in die Hand nehmen und eigene Daten sammeln. Diese sollen dann mit den bereits bestehenden Daten verglichen werden.

Umfrage zu E-Autos: Das will Robin Schellinger untersuchen

Helfen soll eine Umfrage (hier geht's zur Umfrage), die der 26-Jährige im Rahmen seiner Thesis durchführt. Er will herausfinden, wie die Teilnehmenden zu E-Autos stehen. In der Umfrage sollen die persönlichen Meinungen der Konsumenten zur Geltung kommen, um daraus Faktoren für den Kauf von E-Autos abzuleiten. Dies soll gelingen mit Fragen wie Welche Faktoren beeinflussen den Kauf von E-Autos? oder Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in den nächsten fünf Jahren Besitzer eines reinen Elektroautos werden?

Wichtig ist Schellinger, dass die Teilnehmenden der Umfrage ehrlich antworten. Nur so können „Meinungen und Einstellungen zu dem Thema in der Gesellschaft erfasst und in der Bachelorarbeit anschließend analysiert werden“, schreibt der Student in seiner Umfrage. Das E-Auto sei schließlich ein heiß diskutiertes Thema in der Gesellschaft, die Meinungen gehen weit auseinander. Im Anschluss an die Datenerfassung will der 26-Jährige eine Analyse erstellen und die verschiedenen Meinungen bündeln. So sollen Einflüsse auf die drei Säulen Automobilindustrie, Wirtschaft und Umwelt herausgearbeitet werden.

Wer will eigentlich noch ein E-Auto? Strittiges Thema in der Gesellschaft

Robin Schellinger ist wichtig zu betonen, dass er mit seiner Thesis keine Handlungsempfehlungen aussprechen will. „Es geht vorrangig darum, einen Status Quo zu ermitteln, sprich: Welchen Stand hat das E-Auto aktuell in unserer Gesellschaft?“, erklärt der gebürtige Nagolder. „Die Bedürfnisse und Wünsche der Konsumenten ändern sich ständig. Es ist mir daher wichtig, den aktuellen Stand abzubilden.“ Welche Schlüsse die Automobilindustrie oder die Wirtschaft aus den Ergebnissen ziehen könnte, würde den Rahmen der Arbeit sprengen. Dafür seien dann die Expertinnen und Experten in den jeweiligen Unternehmen verantwortlich.

Gut möglich, dass der 26-Jährige im Berufsleben später selbst mit seinen Umfrageergebnissen konfrontiert wird. Im September 2024 will er sein Studium abschließen. Danach soll es zurück in die Automobilindustrie gehen - vielleicht sogar in die Richtung Elektromobilität? „Wo ich dann arbeite, weiß ich noch nicht“, sagt der Student mit einem Schmunzeln. Für einen Karriereplan ist auch nach der Bachelorarbeit noch Zeit. Bis dahin meint Robin Schellinger: „Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was bei der Umfrage herauskommt.“

VG WORT Zahlpixel