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Insektivorenschau in der Stuttgarter Wilhelma: Wie fleischfressende Pflanzen ihre Beute fangen

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Auf den Subtropenterrassen der Wilhelma in Stuttgart sind über den Sommer verschiedenste Fleischfressende Pflanzen zu sehen. Die Sammlung des Zoologisch-Botanischen Gartens umfasst rund 300 Arten und Sorten von Insektivoren. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter
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Die Kannenpflanze in der Insektivoren-Vitrine auf den Subtropenterrassen der Wilhelma in Stuttgart hat eine Kakerlake gefangen. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter
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Auf den Subtropenterrassen der Wilhelma in Stuttgart sind über den Sommer verschiedenste Fleischfressende Pflanzen zu sehen. Die Sammlung des Zoologisch-Botanischen Gartens umfasst rund 300 Arten und Sorten von Insektivoren. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter

In der Stuttgarter Wilhelma können derzeit außergewöhnlichen Gewächse beobachtet werden: Der Zoologisch-Botanische Garten zeigt während der Sommermonate in den Vitrinen auf den Subtropenterrassen eine Auswahl seiner Sammlung aus rund 300 Arten und Sorten von fleischfressenden Pflanzen. Besucherinnen und Besucher können dabei ganz genau beobachten, wie die trickreichen Pflanzen ihre Beute fangen.

Weltweit über 1000 Arten

Wie der Zoo am Dienstag mitteilte, sind weltweit über 1000 Arten bekannt. In Deutschland finden sich ein Dutzend Arten meist in Mooren und Sümpfen. In den Fachkreisen heißen sie Insektivoren, weil sie sich – anders als Karnivoren – fast alle von Insekten ernähren und nur im Einzelfall von Fleisch. Auf Borneo gibt es zwar riesige Kannenpflanzen, die bis zu drei Liter fassen, und auch einmal eine Maus vertilgen. Das ist jedoch die Ausnahme. Gemeinsam haben sie, dass sie auf kargen, nährstoffarmen Böden gedeihen können, weil sie sich mit Fliegen und Mücken ein Zubrot aus der Luft verschaffen.

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Zierpflanzengärtner Thomas Lehnen inspiziert die Insektivoren auf den Subtropenterrassen der Wilhelma in Stuttgart. Die Sammlung des Zoologisch-Botanischen Gartens umfasst rund 300 Arten und Sorten von Insektivoren. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter


„Mangels Mobilität sind die räuberischen Pflanzen keine Jäger, sondern Fallensteller“, heißt es in der Wilhemla-Mitteilung, „mit trickreichen Mechanismen gelingt es ihnen, die Insekten zu überlisten.“ Die Evolution hat dafür drei Hauptmethoden hervorgebracht:

  • Bei der Venusfliegenfalle etwa schnappt das aufgespannte Fangblatt zu, wenn sich ein Insekt daraufsetzt.
  • Kannenpflanzen dagegen bleiben passiv. Sie bilden Blätter zu bauchigen Trichtern um. Deren glatten Innenseiten sorgen dafür, dass Insekten darin nach unten rutschen.
  • Bei Schlauchpflanzen verhindern nach unten gerichtete Widerborsten, dass sie herausklettern können. So landen die Tiere früher oder später in der sauren Verdauungsflüssigkeit am Boden dieser Fallgruben.

Dem Sonnentau wiederum geben Tau-ähnliche Tröpfchen seinen Namen. Kristallklar lockt ihr Aussehen durstige Beute an, die an der klebrigen Substanz hängen bleibt. Zudem gibt es ganz außergewöhnliches Teamwork zwischen Flora und Fauna zu beobachten. Die „Haarige Wanzenpflanze“ lockt zum Beispiel Insekten an und hält sie mit Klebetropfen fest, kann die Beute aber nicht selbst verdauen. Ihr fehlen die Enzyme dafür.

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Die Haarige Wanzenpflanze auf den Subtropenterrassen der Wilhelma in Stuttgart hat mit ihren Klebtröpfchen eine Fliege und kleinere Insekten gefangen. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter


Stattdessen setzen sich Wanzen und Spinnen auf diesem Halbstrauch quasi „an den gedeckten Tisch“. Sie saugen die gefangenen Tiere aus und übernehmen die Verdauung. Ihre Ausscheidungen dienen dann ihrerseits als Dünger für die Pflanze. Daher zählt die „Haarige Wanzenpflanze“ als präkarnivor.

In der Wilhelma müssen die Fleischfressenden Pflanzen übrigens nicht gefüttert werden. Sie fangen auch in den Vitrinen auf den Subtropenterrassen genügend Insekten.