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Handbedruckte Shirts und Jeans: Fashion-Pop-up bis Ende April in Stuttgart

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Der Pop-up-Store in der Eberhardstraße ist bis Ende April geplant. © Franziska Göttlicher

Stuttgart. Bora Tanay betreibt in der Eberhardstraße 5 in Stuttgart seit Ende Oktober einen Pop-up-Store. Der Stuttgarter ist in erster Linie freischaffender Künstler. In seinem Store verbindet er Modedesign mit Kunst. Kleidungsstücke pimpt er mit seiner Siebdruckmaschine auf.

Viele seiner Stücke kauft er auch auf Flohmärkten

Tanay kommt eigentlich aus dem Bereich Grafikdesign. „Das, was ich mache, ist alles sehr grafisch.“ Seine Hose und Shirts sind weitestgehend Unikate oder werden in einer sehr kleinen Auflage angefertigt. Nachdem er ein paar Jahre in Berlin gelebt hat, kehrte er in seine Heimatstadt zurück und fing wieder an, mit Siebdruck zu arbeiten. Das Thema habe ihn schon seine ganze Jugend begleitet, schon früher habe er damit unter anderem in Jugendhäusern gearbeitet, auch im Künstlerhaus Stuttgart war er jahrelang tätig.

Viele der Kleidungsstücke, die er bedruckt, färbt und batikt, sind vintage. So kauft er zum Beispiel auf Flohmärkten oder über Kleinanzeigen im Internet ein. Dabei ist ihm Qualität besonders wichtig. Alleine die Suche nach passenden Stücken koste sehr viel Zeit, wie er erzählt. Auch bereits bedruckte Kleidungsstücke werden überdruckt. „Ich arbeite mit Farben, Drucken und Formen schon sehr frei und intuitiv“, erzählt er. Dabei verwendet er viele verschiedene Färbetechniken.

Stil geht in Richtung Graffiti und Streetart

Sein Stil geht in Richtung Graffiti und Street Art. „Meine Jugend hat mich da stark geprägt, aktuell drucke ich Strukturen nach Gusto“. Aber auch Einflüsse der kontemporären Malerei und Kunst spiegeln sich in seinen Designs wider. Seine Inspirationen nimmt er aus allem, was er sieht, wenn er unterwegs ist. Das können zum Beispiel Schnitzereien auf einem Schrank, ein altes Stadtwappen, Architektur oder die Natur sein. „Da gibt es keine Limits.“

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Viele der Kleidungsstücke, die bedruckt werden, sind seconhand. © Bora Tanay

Wenn es nach ihm gehen würde, sollen die Kleidungsstücke gerne getragen und nicht geschont werden. "Damit sie eines Tages eine Geschichte für sich erzählen und erinnern können." So stellt er sich zum Beispiel vor, dass die Teile bei einem Umzug, beim Malen oder einer Reparatur getragen werden. „Wenn die Sachen dann etwas abgenutzt sind, bringt das einen gewissen Charme mit sich“, findet er.

Laden ist auch gleichzeitig eine Ausstellung

An manchen Stücken hängt Bora besonders. Dann fällt es ihm besonders schwer, sie abzugeben. „Ich weiß, wie sie entstanden, wie ich sie gefunden und auch wieder verändert habe.“ Er erzählt von einer Hose, die er erst kürzlich verkauft hat und von der er dachte, dass er sie ein Leben lang haben würde. „Einem supernetten Kunden hat sie so gut gepasst, dass ich sie ihm verkauft habe. Da muss man dann auch loslassen können.“

Der Laden sei gleichzeitig eine Art Ausstellung, eigentlich ein Gesamtkunstwerk, wie er betont, weil er in den Räumen in der Innenstadt auch seine Arbeiten präsentiert. Alles ist von Hand gemacht - auch die Inneneinrichtung wurde von ihm zusammengestellt, teilweise sogar mit Teilen aus dem Sperrmüll. Tanay nimmt auch Aufträge an, erst kürzlich hat er ein paar alte Hosen bekommen, die er nach den Wünschen seiner Kunden vor Ort bedruckt. Im Laden hat er sich nämlich eine kleine Siebdruckstation aufgebaut. „Die Leute können mir durchs Fenster bei der Arbeit zusehen.“ Man müsse erst einmal auf dem Radar der Menschen sein. „Das ist hier cool, weil die Leute und auch junge Kids einfach reinlaufen, interessiert sind und nachfragen.“ Die Resonanz sei sehr positiv.

Anstehende Events im Pop-up-Store in Stuttgart

Der Laden ist von Mittwoch bis Samstag von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Ende Januar wurde eine neue Kollektion vorgestellt – dazu wurde ein kleines Event mit Konzert und einer Präsentation veranstaltet. Mit dabei war auch die Band „Levin Goes Lightly".

Mitte Februar kommt Künstler „Dominik“ aus Freiburg mit einer Einzelausstellung. Er wird unter anderem Wände bemalen. Infos zu anstehenden Events gibt es auch auf der Instagram-Seite von Bora Tanay.  Der Pop-up-Store ist aktuell bis Ende April geplant. Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen. „Erstmal will ich das, was ich hier vorhabe, zu Ende rocken und dann erst schauen, wie es weitergeht.“

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