Klima-Protest in Stuttgart: Letzte Generation blockiert zahlreiche Straßen
Die Klimaaktivisten-Gruppe Letzte Generation hat am Samstag (01.07.) in Stuttgart laut eigenen Angaben zwölf Straßen blockiert. Blockaden gab es laut Polizei im Bereich Fernsehturm/Geroksruhe, auf der Theodor-Heuss-Straße in der Innenstadt, am Rosensteintunnel und am Killesberg stadteinwärts.
Heslacher Tunnel in Stuttgart war komplett gesperrt
Weiter betroffen waren die Geißeichstraße, die Heilbronner Straße (stadteinwärts), die B27 (stadteinwärts). Auch der Heslacher Tunnel war zeitweise komplett gesperrt.
Einem SWR-Bericht zufolge waren rund 40 Aktivistinnen und Aktivisten an der Aktion beteiligt, die gegen 09.30 Uhr gestartet worden war. Erst um 13.25 Uhr meldete die Polizei: "Der Verkehr rollt wieder - alle Blockaden im Stadtgebiet, die den Verkehr beeinträchtigt haben, wurden durch unsere Kollegen aufgelöst." Laut Polizei staute sich der Verkehr zum Teil massiv in der Stadt.
Die Polizei Stuttgart war mit über 80 Beamtinnen und Beamten sowie mit Kräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Einsatz. "Im Rahmen der Demonstrationen kam es offenbar zu aggressivem Verhalten gegenüber den Aktivisten. Auch hierzu wurden Ermittlungen eingeleitet", heißt es in einer Mitteilung.
In einem Tweet zur Blockade in der Landeshauptstadt heißt es von der Gruppe, man wolle mit der Aktion den fossilen Alltag auf zwölf Straßen unterbrechen und damit auf den Klimawandel aufmerksam machen. Als gutes Mittel empfehlen die Umweltschützer demnach den Stuttgarter Bürgerrat zum Thema Klima. Er hatte zuletzt Empfehlungen gemacht dafür, wie Stuttgart bis 2035 klimaneutral werden kann.
Ein Rettungswagen wurde durch eine Straßenblockade behindert
Am Samstagabend meldete sich dann auch noch die Feuerwehr Stuttgart zu Wort. Man sei an acht Einsatzstellen tätig gewesen. "Aufgrund der teilweise massiven Befestigung am Fahrbahnbelag war eine Lösung in einigen Fällen nur mit technischem Gerät möglich", schreibt Pressesprecher Daniel Anand. Weiter sei ein Rettungswagen durch eine Straßenblockade behindert worden. Laut Feuerwehr musste er seine Einsatzfahrt abbrechen: "Zum Notfallort musste daraufhin ein anderer Rettungswagen alarmiert werden."
Laut einer Umfrage haben die meisten Menschen in Deutschland nur wenig Verständnis für die Aktionen der Gruppe. Nur 13 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Proteste wie das zeitweise Blockieren von Straßen für gerechtfertigt halten, wie eine am vergangenen Montag (26.06.) veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag des Südwestrundfunks zeigt.
Knapp die Hälfte der Befürworter gehörte demnach zur Grünen-Wählerschaft. Insgesamt fanden 85 Prozent der Befragten, seinen Standpunkt beim Klima- und Umweltschutz auf diese Weise klarzumachen, sei "nicht gerechtfertigt". Im Dezember 2022 hatten 84 Prozent diese Meinung.
Die Aktivistinnen und Aktivisten lenken mit Klebeaktionen an Kunstwerken und Verkehrsblockaden immer wieder Aufmerksamkeit auf sich. Im Mai 2023 waren Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft mit einer bundesweiten Razzia gegen Mitglieder der Gruppe vorgegangen. Der Tatvorwurf lautet auf Bildung beziehungsweise Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Die Aktivisten bestreiten, kriminell zu sein, obwohl mehrere Mitglieder der Gruppe wegen Straftaten verurteilt wurden.

