Stuttgart & Region

Kommen Äffle und Pferdle auf Stuttgarter Ampel?

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Die beiden Kultfiguren, Pferdle und Äffle © Christine Tantschinez

Stuttgart. Mainz hat die Mainzelmännchen. Sogar auf den Fußgängerampeln. Und Stuttgart? Hätte gern "Äffle und Pferdle", die legendären Zeichentrickfiguren des SDR, auf einer Verkehrsanlage verewigt. Zumindest fordert das eine Online-Petition, die noch bis zum Sonntag, 9.April 2017 Unterschriften sammelt. 

"Was Mainz kann, das kann Stuttgart doch schon lange!" Mit diesen Worten wirbt die Online-Petition für eine Verkehrsampel mit den Figuren von "Äffle & Pferdle". Seit dem 23.November 2016 prangt nämlich dort in Mainz ein Mainzelmännchen auf einer Fußgängerampel mitten in der Innenstadt. Det, der Chef der Zeichentrickgruppe des ZDF, lotst nun statt eines gesichtslosen Ampelmännchen jeden Tag die Fußgänger über die Straße. 

Das wollen einige Stuttgarter nun auch, genauer: Mitglieder des Pferdle & Äffle-Clubs mit Sitz in Heidenheim. Und natürlich wollen die keine Mainzelmännchen den Verkehr regeln lassen, sondern die beiden schwäbelnden Kult-Zeichentrickfiguren Äffle und Pferdle, die das Vorabend-Fernsehprogramm des ehemaligen Süddeutschen Rundfunks (SDR) mit schwäbischen Weisheiten und Liedern aufpeppten. 

Vorabendprogramm Ära

Vorabendprogramm, SDR, allein diese Vokabeln lassen erahnen, dass Pferdle & Äffle einer vordigitalen Ära entstammen, wo der Fernsehzuschauer in den Werbepausen keine Smartphone-Ablenkung hatte, sondern sich über die tierischen Einlagen richtig freute. Tatsächlich waren die beiden TV-Maskottchen gemeinsam seit 1963 auf der Mattscheibe zu sehen. 1986 gesellte sich eine eher gedudelte als geliebte kurpfälzische Pudeldame dazu. Auf die Ampel aber sollen es nur die beiden Hauptakteure schaffen, die bis 2001 täglich in kleinen neuen Episoden auftraten und bis 2004 in Wiederholungen gesendet wurden. Neben ihrer TV-Karriere sind Äffle & Pferdle auch in Büchern und auf Tonträgern zu finden, und landeten mit ihrem "Hafer- und Bananenblues" (siehe Video) sogar einen Hit in den Charts.

Vorbild für Kinder

Als Argument für eine Äffle- und Pferdle-Ampel zählt der Fanclub nicht nur den Präzedenzfall in Mainz auf. Als Sympathieträger für das Ländle und neue Touristen-Attraktion könne die Ampel dienen, sie würde Kinder als Vorbild viel besser erreichen als ein gesichtsloses Ampelmännchen. Die Straßenverkehrsordnung ließe dazu sogar Spielraum. Vorgeschrieben sind lediglich "Sinnbild-Fußgänger". Und weil die Figuren "vermenschlicht" seien, im roten Fall gehend und im grünen Fall laufend, wären auch Sicherheitsbedenken widerlegt. 

Allein, die Chancen stehen trotzdem schlecht. Denn genau bei der "Menschlichkeit" sehen die Entscheider im Landesverkehrsministerium erhebliche Probleme. "Ein Mainzelmännchen ist im Ansatz noch eine menschliche Figur, bei Tierfiguren gibt es keinen Interpretationsspielraum", sagte ein Sprecher. Eine Sondergenehmigung sei ausgeschlossen. Er verweist auf das Haftungsrisiko: Im Falle eines Unfalls an dieser Ampel könnte im Zweifel die Kommune haftbar gemacht werden.

Nicht aufgeben

Aufgeben will der Fanclub aber nicht. Die Petition, die dann Oberbürgermeister Kuhn übergeben werden soll, läuft noch bis zum Sonntag, 9.April. Bis Donnerstagnachmittag (6.4)  hatten bereits 11.818 Unterstützende unterschrieben. Darunter auch Nicht-Stuttgarter und sogar Nicht-Schwaben. Kommentar eines Unterzeichners: "Bin zwar Badner und Stuttgart ist mir egal, aber die Aktion unterstütze ich gerne". 

 

Hier geht es zur Petition