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Minderjährige stehlen Fahrschulautos und liefern sich spektakuläre Verfolgungsjagd mit der Polizei im Ostalbkreis

Politikerin Polizei Reportage
Symbolbild. © Gabriel Habermann

Mehr als 75 000 Euro Sachschaden verursachten Jugendliche, die in der Nacht zum Mittwoch (12.08.) in einer Fahrschule in Leinzell (Ostalbkreis) zwei Fahrschulautos gestohlen haben. Bei der anschließenden Spritztour wurde laut Polizei ein zwölfjähriger Junge schwer verletzt.

Als die Minderjährigen zwischen Lauterburg und Essingen (Ostalbkreis) auf der Landstraße unterwegs waren, kamen beide Fahrzeuge, ein Mercedes-Benz und ein VW Tiguan, nach links von der Straße ab. Der Tiguan prallte frontal gegen einen Baum und der Mercedes landete in einer Böschung. Die Insassen flüchteten zu Fuß, wobei sie noch ihre Habseligkeiten und Mobiltelefone einsammelten.

Zwölfjähriger wird schwer verletzt zurückgelassen

Einen Zwölfjährigen, der als Beifahrer im Tiguan saß, ließen sie rund 500 Meter von der Unfallstelle entfernt zurück, da dieser bei dem Unfall schwer verletzt wurde und nicht mehr laufen konnte. Bei seinem Anruf bei der Rettungsleitstelle gab der Junge an, orientierungslos auf der Straße zu liegen. Er wurde an dem von ihm genannten Ort von einer Streife aufgefunden und anschließend mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Im weiteren Verlauf entwendeten die Unfallflüchtigen in Essingen einen Renault Kangoo. Nachdem das Fahrzeug durch die Polizei im Bereich Leinzell kontrolliert werden sollte, flüchtete der Fahrzeugführer. Der Renault-Fahrer lieferte sich anschließend eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei, an welcher auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war.

Zunächst ging die Flucht in Richtung Schwäbisch Gmünd weiter. Im weiteren Verlauf fuhr der Jugendliche über Heuchlingen, Forst zunächst Richtung Mögglingen und anschließend wieder zurück über Essingen in Richtung Bartholomä. Von hier aus fuhren die Flüchtigen in Richtung Steinheim, so dass auch Kräfte des Polizeipräsidiums Ulm in die Verfolgungsfahrt einbezogen wurden.

Jugendliche flüchten in ein Maisfeld

Letztendlich konnte das Fahrzeug im Bereich Böhmenkirch (Landkreis Göppingen) durch die Polizei gestoppt werden. Daraufhin flüchteten die drei Minderjährigen in ein Maisfeld. Die beiden 14 und 15 Jahre alten Jungs, die zuvor die beiden Fahrschulautos entwendeten, sowie ein 14-jähriges Mädchen konnten daraufhin, unter Mithilfe eines Polizeihubschraubers, in dem Maisfeld festgenommen werden.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Jugendlichen vor der Entwendung der Fahrschulautos in die Fahrschule eingedrungen waren und dort die beiden Autoschlüssel gestohlen haben. Der von ihnen verursachte Sachschaden beläuft sich ersten Einschätzungen nach auf mindestens 75 000 Euro. Zudem wurden bei der Verfolgungsfahrt auch zwei Polizeifahrzeuge leicht beschädigt. 

Die meiste Zeit als Geisterfahrer unterwegs

Während der Fahrt, in welcher die Jugendlichen überwiegend laut Polizei als Geisterfahrer auf der Gegenfahrbahn fuhren, begingen diese mehrere Straßenverkehrsgefährdungen, missachteten mehrere rote Ampeln und fuhren mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit. Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, die eventuell gefährdet wurden sowie Zeugen des Vorfalls sich mit dem Polizeirevier Schwäbisch Gmünd unter der Rufnummer 07171/3580 in Verbindung zu setzen.