Stuttgart & Region

Mutmaßliche Millionenbetrüger im Ausland aufgespürt

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Stuttgart/Düsseldorf.
Mit der so genannten Fake-President-Masche, international auch bekannt als CEO-Fraud, sollen zwei Verdächtige zehn Millionen Euro von arglosen Firmenmitarbeitern ergaunert haben. Nun gelang es, die mutmaßliche Millionenbetrüger im Ausland zu identifizieren und festzunehmen.

Die beiden Tatverdächtigen sollen mit der CEO-Fraud-Masche vier Unternehmen in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen (Schadenssumme acht Millionen Euro) sowie drei Unternehmen in Nordrhein-Westfalen (Schadenssumme zwei Millionen Euro) um insgesamt zehn Millionen Euro betrogen haben. Um an das Geld zu kommen, sollen sie sich in E-Mails an die Firmenbuchhaltung als Unternehmenschefs oder Geschäftsführer der betroffenen Firmen ausgegeben haben. In diesen E-Mails verlangten sie für ein angeblich geheimes Investitionsgeschäft im Ausland die Überweisung hoher Geldbeträge nach Asien oder auch ins europäische Ausland.

Die Täter drängten zudem darauf, Überweisungen immer unverzüglich zu tätigen. Den Ermittlungen zufolge soll einer der Tatverdächtigen sich als Rechtsanwalt ausgegeben haben und den betroffenen Firmen telefonisch detaillierte Anweisungen für die Geldtransaktionen gegeben haben. Der weitere Tatverdächtige soll für die Anmietung von Wohnungen und die Beschaffung elektronischer Geräte verantwortlich gewesen sein.

Die Experten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg hatten Anfang 2016 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart die Ermittlungen übernommen. Zeitgleich führte das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen seit Dezember 2015 mit der bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime ein Sammelverfahren wegen entsprechender Fälle in Nordrhein-Westfalen. Der enge Austausch und die kontinuierliche Zusammenarbeit führten zum gemeinsamen Erfolg.

Aufgrund der Kooperation der Ermittlungsbehörden insbesondere auch mit den Banken gelang es, Gelder in Millionenhöhe einzufrieren. So konnten beispielsweise nicht nur die zwei Millionen im Fall des nordrhein-westfälischen Unternehmens angehalten werden. In dem mehr als 150 Einzelfälle umfassenden Sammelverfahren in Nordrhein-Westfalen konnten 26 Millionen Euro im Ausland eingefroren und an die Geschädigten zurückgeführt werden. Die weiteren Ermittlungen wegen CEO-Fraud gegen international agierende Tätergruppierungen dauern an.

Um sich vor dieser Betrugsmasche zu schützen, raten die Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen:
 

  • Sensibilisieren Sie die Mitarbeiter Ihres Unternehmens über diese Betrugsvariante und lassen Sie Rückfragen bei verdächtigen Anweisungen zu
  • Führen Sie keine Zahlungsanweisungen nur auf Grund einer E-Mail Ihres vermeintlichen Geschäftsführers aus, sondern vergewissern Sie sich über die Echtheit der Anweisung in einem telefonischen oder persönlichen Gespräch mit Ihrem z.B. Geschäftsführer
  • Wenden Sie sich bei Ungereimtheiten und Fragen an die örtliche Polizeidienststelle oder an die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Ihrem zuständigen Landeskriminalamt