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Nach Brandanschlägen in Marbach am Neckar: Polizei nimmt 42-jährigen Tatverdächtigen fest

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Nach mehreren Bandanschlägen im Landkreis Ludwigsburg am frühen Samstagmorgen (03.10.) hat die Polizei einen 42-jährigen Tatverdächtigen gefasst.

Wie die Polizei mitteilt, bemerkten Beamte des Polizeireviers in Marbach am Neckar in der Steinerstraße gegen 3.05 Uhr, dass jemand einen selbstgebauten Brandsatz gegen die Eingangstüre des Reviers geworfen hatte. Zur gleichen Zeit meldeten Zeugen zwei weitere Brände im Innenstadtbereich von Marbach am Neckar. Auch dort hatte jemand Brandsätze gegen ein Wohnhaus und die evangelische Kirche geworfen.


Während ein Teil der Beamten die fast zwei Meter hohen Flammen am Polizeirevier löschten, verfolgten drei Polizisten den Täter. In der Grabenstraße konnten sie den Mann stellen. Als die Beamten den Mann festnehmen wollten, bewarf er eine Polizistin mit einer Schnapsflasche, die nicht brannte. Die Beamten fanden auch einen Schlagstock bei dem Mann.

Ein Polizeihubschrauber suchte nach möglichen weitern Brandstellen im Stadtgebiet

In der Innenstadt löschten Ersthelfer den Brandsatz an der evangelischen Kirche. Aus dem brennenden Wohnhaus brachten sie fünf Bewohner ins Freie. Als weitere Einsatzkräfte der Feuerwehr eintrafen, stand das Mehrfamilienhaus bereits in Vollbrand. Ein Nachbargebäude konnte wegen der Kohlenmonoxidbelastung nicht mehr betreten werden.

Die Löscharbeiten dauern zur Stunde noch an. Die Feuerwehren Marbach am Neckar, Oberstenfeld, Steinheim und Ludwigsburg, sowie Bevölkerungsschutz, Rettungsdienst, Notarzt und Polizei sind mit einer großen Anzahl an Einsatzkräften vor Ort. Der Kreisbrandmeister kam ebenfalls zur Einsatzstelle. Der Bürgermeister und Vertreter der Stadt Marbach am Neckar kümmern sich um die betroffenen Bewohner. Unter Einsatz eines Polizeihubschraubers suchte die Polizei nach möglichen weiteren Brandstellen im Stadtgebiet.

Der Tatverdächtige gab polizei- und fremdenfeindliche Parolen von sich

Nach ersten Schätzungen geht die Polizei davon aus, dass sich der Sachschaden am Mehrfamilienhaus auf mindestens 500 000 Euro beläuft. Das Gebäude sei einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar. Die Schäden an der Kirche schätzt die Polizei auf etwa 10 000 Euro. Die Brandschäden am Polizeirevier konnten aktuell noch nicht beziffert werden.

Bei dem Brand wurden vier Bewohner des Mehrfamilienhauses und zwei der Ersthelfer leicht verletzt. Sie mussten medizinisch versorgt werden. Bei dem Brandanschlag auf das Polizeirevier verletzten sich zwei Polizisten leicht. Der Tatverdächtigen soll nach Angaben der Polizei ein 42-jähriger deutscher Staatsangehöriger sein. Der Mann habe die Polizeibeamten beleidigte und polizei- und fremdenfeindliche Parolen von sich gegeben. Der 42-Jährige verwendetet laut Polizei sogenannte "Molotow-Cocktails". 

Am Nachmittag wurde der Tatverdächtige einem Haftrichter beim Amtsgericht in Heilbronn vorgeführt. Der Richter setzte den von der Staatsanwaltschaft Heilbronn beantragten Haftbefehl in Vollzug. Der Tatverdächtige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die weiteren Ermittlungen übernommen.