Stuttgart & Region

Nach Erfolg bei OB-Wahl in Stuttgart: Wie es jetzt für Frank Nopper weitergeht

OB Wahl 2020 Stuttgart OB Dr Frank Nopper kandidiert für den OB in Stuttgart
Mit 42,3 Prozent der Stimmen haben die Stuttgarter Frank Nopper (CDU) zum neuen OB der Landeshauptsstadt gewählt. © campaigners Network

Mit 42,3 Prozent der Stimmen hat der Backnanger Frank Nopper (CDU) die Wahl zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt klar für sich entschieden. Sein neues Büro in Stuttgart wird er voraussichtlich am 7. Januar beziehen. Im Interview mit Redakteurin Diana Feuerstein am Sonntagabend (29.11.) direkt nach der Verkündung des Ergebnisses wirkt er gelöst und glücklich zugleich.

Herzlichen Glückwunsch zum Wahlsieg!

Ja, vielen Dank.

Haben Sie denn mit dem Ergebnis gerechnet?

Ehrlich gesagt: Ja. Ich freue mich auch riesig über das am Ende doch klare Wahlergebnis.

Aber war doch relativ knapp – knapper als es viele erwartet hätten …

… es waren immerhin rund fünf Prozent im Unterschied zu Herrn Schreier. Aber es ist klarer als damals bei der Wahl zwischen Wolfgang Schuster und Rezzo Schlauch. Damals waren es, glaube ich, unter vier Prozent.

Was hat Sie optimistisch gestimmt, dass Sie die Wahl gewinnen?

Mich hat der starke Zuspruch auf den Plätzen und Straßen optimistisch gestimmt. Ich war ja unglaublich viel unterwegs und ich habe gespürt, dass der Zuspruch noch einmal deutlich gewachsen ist im Vergleich zum ersten Wahlgang.

Was, glauben Sie denn, bedeutet für Stuttgart ein CDU-Oberbürgermeister nach acht Jahren Grün?

Ich sehe es gar nicht so parteipolitisch. Ich bin kein Anhänger dieses Lagerdenkens. Ich bin ein Kommunalpolitiker, der Kommunalpolitik nicht als Parteipolitik versteht, sondern als Sachpolitik. Deshalb, glaube ich, kommt es vor allem auf die Persönlichkeit an. Dass die einzelnen Fragen in einzelnen Sachthemen sich Mehrheiten beschaffen mussten.

Eine spannende Zeit und ein spannender Abend angesichts der Corona-Pandemie, unter der der Wahltag ablief. Wer war denn der erste Gratulant heute Abend?

Die ersten Gratulanten waren meine Familie, meine Frau und meine beiden Söhne, weil ich mit denen in einem Zimmer im Stuttgarter Rathaus saß und dann mein Wahlkampfleiter.

Haben Sie auch etwas von den Backnangern gehört?

Ja, da gab es auch viele Glückwünsche per Whatsapp und per SMS. Ich konnte aber noch nicht alle beantworten. Es kamen auch einige Telefonate an direkt nach der Verkündung des Ergebnisses, die ich aber nicht annehmen konnte, da ich mitten in der Veranstaltung im Stuttgarter Ratssaal war.

Dann gab es tatsächlich eine Veranstaltung?

Ja, aber auf kleinster Flamme mit den Fraktionsvorsitzenden, dem Oberbürgermeister und dem Kreiswahlleiter, mit einzelnen Pressevertretern und der Familie – wirklich ein ganz, ganz kleiner Kreis Corona bedingt.

Die Wahlparty fiel leider aus, wie haben Sie den Abend verbracht?

Den Abend habe ich mit Interviews verbracht für alle möglichen Institutionen: Fernsehinterview mit dem SWR, der Spiegel hat um Rückruf gebeten, aber auch der Lokalchef von den Stuttgarter Zeitungsnachrichten.

Also ganz schön viel Rummel… sind Sie solch einen Rummel schon von Ihrer Zeit als Backnanger OB gewöhnt?

Das ist jetzt doch noch mal etwas anderes (lacht).

Wie geht es jetzt weiter? Wie sieht die kommende Arbeitswoche für Sie aus?

Die kommende Arbeitswoche sieht für mich so aus, dass ich ins Backnanger Rathaus zurückkehre und da natürlich mit vollem Engagement die Geschäfte weiterführe bis zur letzten Minute. Ich werde aber auch das ein oder andere Übergabegespräch führen. Der amtierende Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat mir angeboten, dass wir im Laufe der Woche für das ein oder andere Gespräch zusammenkommen.

Also geht es nahtlos weiter …

… ja, mein Urlaub ist verbraucht, weshalb ich nach Backnang ins Rathaus zurückkehre. Ich habe 52 Tage regen Abenteuerurlaub in Stuttgart verbracht (lacht).

Welche Rolle haben Ihre Frau und Ihre beiden Söhne während des Wahlkampfs gespielt?

Eine riesige Rolle. Einer meiner beiden Söhne war immer dabei, wenn ich im Wahlkampf unterwegs war. Sie waren unglaublich motiviert, meine Frau war sozusagen das Backoffice. In von mir schwachen Momenten waren meine Söhne motivierter als ich selbst.

Wie hat sich das geäußert?

Die haben mir einfach Stimulanz gegeben und gesagt: Wir machen das heute noch. Wenn man beim achten Außentermin ist, dann kann es schon mal sein, dass man nicht mehr so stimuliert ist für den neunten. Wenn aber jemand dabei ist, der einen motiviert wie einen Trainer, dann klappt es eben doch.

Das ist ja fast schon ein Rollentausch, sonst ist ja immer der Papa derjenige, der als Trainer der Kinder fungiert.

Lacht.

Herr Dr. Nopper, vielen Dank für das Interview.

Gerne.

 

 

Mit 42,3 Prozent der Stimmen hat der Backnanger Frank Nopper (CDU) die Wahl zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt klar für sich entschieden. Sein neues Büro in Stuttgart wird er voraussichtlich am 7. Januar beziehen. Im Interview mit Redakteurin Diana Feuerstein am Sonntagabend (29.11.) direkt nach der Verkündung des Ergebnisses wirkt er gelöst und glücklich zugleich.

Herzlichen Glückwunsch zum Wahlsieg!

Ja, vielen Dank.

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