Stuttgart & Region

Nach Krawallnacht in Stuttgart: Polizei hat inzwischen 120 Tatverdächtige identifiziert

Stuttgart: Schwere Ausschreitungen in der Innenstadt – mehrere Verletzte Polizisten – zerstoerte Polizeifahrzeuge und Einkaufsla
Bei den Krawallen hatten sich Dutzende vor allem junge Männer im Juni in der Stuttgarter Innenstadt Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. © SDMG / Kohls

Die Stuttgarter Krawallnacht im Juni hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Inzwischen hat die Polizei 120 Tatverdächtige indentifiziert.

Wie das Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Freitag (27.11.) mitteilten, sollen sich 113 Tatverdächtige unmittelbar an den Ausschreitungen beteiligt haben, weitere sieben stehen im Verdacht, geplünderte Gegenstände wie Handys oder hochwertige Kleidungsstücke besessen oder zum Kauf angeboten zu haben. 22 Tatverdächtige befinden sich aktuell in Untersuchungshaft, gegen 45 Tatverdächtige wurde der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. 

Schlagzeilen und hitzige Debatten

Bei der Randale hatten sich Dutzende vor allem junge Männer in der Stuttgarter Innenstadt Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Dabei wurden mehrere Beamte verletzt und Schaufenster zerstört. Die Vorfälle sorgten weit über Stuttgart hinaus für Schlagzeilen und hitzige Debatten. 

Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln durchsuchten Beamte am Dienstagmorgen (24.11.) in Stuttgart-West die Wohnung eines 26-Jährigen. Neben geringen Mengen an Marihuana und Haschisch entdeckten die Beamten unter anderem auch mehrere Tausend Euro Bargeld, welches mutmaßlich aus den Drogengeschäften stammt. Darüber hinaus steht der 26-Jährige im Verdacht, sich an den Ausschreitungen in der Nacht zum 21.06.2020 beteiligt zu haben.

Ermittlungen dauern weiterhin an

Ihm wird vorgeworfen, Flaschen gegen Polizeibeamte geworfen, mehrere Geschäfte geplündert und eine Werbetafel beschädigt zu haben. Ein Haftrichter setzte noch am Tag seiner Festnahme den gegen den deutschen Tatverdächtigen beantragten Haftbefehl in Vollzug.

Zuletzt nahmen die ermittelnden Beamten am Donnerstag (26.11.) einen 16-jährigen Deutschen fest, der gegen einen Streifenwagen getreten haben soll sowie einen 22-jährigen Syrer, der mit einem Gegenstand mehrfach auf eine Schaufensterscheibe eingeschlagen haben und ein weiteres Geschäft geplündert haben soll. Der Jugendliche wurde im Laufe des Donnerstags einem Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug setzte. Der 22-Jährige wird im Laufe des Freitags einem Haftrichter vorgeführt. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.