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Nachwuchs bei den Gänsegeiern in der Wilhelma

Nachwuchs bei den Gänsegeiern in der Wilhelma
Das ältere der beiden Gänsegeierküken, das im März 2020 in der Stuttgarter Wilhelma zur Welt kam, schaut bereits interessiert aus dem Nest hervor. © Wilhelma Stuttgart / Inga Dauter

Nachwuchs bei den Gänsegeiern in der Stuttgarter Wilhelma: Erst wenige Wochen alt sind die kleinen Nesthocker, deren zartes Daunengefieder nun langsam dem hellbraunen Jugendkleid weicht. Bis zur ersten Flugstunde sitzen die Küken noch gut behütet in den elterlichen Horsten.

Nachwuchs bei den Gänsegeiern in der Wilhelma
Von ihren Eltern werden die kleinen Gänsegeier in der Stuttgarter Wilhelma noch gut behütet. © Wilhelma Stuttgart / Inga Dauter

Je mehr die jungen Greifvögel heranwachsen, desto leichter lassen sie sich in der großzügigen Geiervoliere des Zoologisch-Botanischen Gartens entdecken. „Vor allem das ältere der beiden Küken reckt schon neugierig seinen langen Hals über den Rand des Nestes“, schreibt der Zoo in einer Pressemitteilung. „Es schlüpfte bereits Ende März aus dem Ei, das seine Eltern vorher im Wechsel etwa zwei Monate bebrütet hatten.“

Dass sich Anfang Mai bei einem zweiten Geierpärchen ebenfalls Nachwuchs einstellte, sei ein echter Glücksfall. „Eigentlich hatten die Eltern schon ein Gelege, das leider vermutlich von den Krähen geräubert wurde“, sagt Revierleiterin Christina Schwab. „Normalerweise legen die Gänsegeier nur ein Ei im Jahr. Es kommt nicht so häufig vor, dass sie noch einmal erfolgreich nachlegen, wenn es beim ersten Versuch nicht geklappt hat.“

Nachwuchs bei den Gänsegeiern in der Wilhelma
Von ihren Eltern werden die kleinen Gänsegeier in der Stuttgarter Wilhelma noch gut behütet. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter

Die geselligen Gänsegeier brüten laut der Mitteilung der Wilhelma in ihrer Heimat in Kolonien und bewohnen Felshänge bis zu einer Höhe von 3000 Metern. Dort nutzen sie feste Brutplätze, während Jungvögel in der Regel abwandern und größere Areale durchstreifen. Ihr Verbreitungsgebiet zieht sich von Spanien über den Balkan bis hin zur Arabischen Halbinsel, auch in den Alpen sind die Gänsegeier zu finden. Typischerweise stehen auf ihrem Speiseplan ausschließlich tote Tiere, die sie auf ihren täglichen Rundflügen aus großen Höhen erspähen.

Dank ihrer Ernährung spielen die Aasfresser eine wichtige Rolle im Ökosystem. „Die Geier sind sozusagen als Gesundheitspolizei der Natur unterwegs“, erklärt Christina Schwab. „Indem sie Kadaver entsorgen, verhindern sie die Ausbreitung von Keimen und Seuchen. Sogar Milzbrand- und Choleraerreger können Geier aufnehmen, ohne selbst zu erkranken.“

Nachwuchs bei den Gänsegeiern
Von ihren Eltern werden die kleinen Gänsegeier in der Stuttgarter Wilhelma noch gut behütet. © Wilhelma Stuttgart / Inga Dauter

Stark gefährdet

  • Weltweit sind viele der insgesamt 23 Geierarten stark gefährdet, denn die Vögel werden Opfer von Wilderei, sterben an Giftködern oder bei Kontakt mit Stromleitungen.
  • Die Stuttgarter Wilhelma unterstützt daher nicht nur die Organisation „VulPro“ (Vulture Conservation Programm), die sich in Südafrika für den Geierschutz einsetzt. Der Zoo beteiligt sich mit seinen Nachzuchten auch an einem Auswilderungsprojekt für Gänsegeier im bulgarischen Rhodopen-Gebirge, wo diese Greifvogelart bereits als ausgerottet galt.
  • Ob auch die jüngsten Zöglinge später Teil diese Programms werden oder im Rahmen der internationalen Zuchtbemühungen in einem anderen Zoo für den Erhalt ihrer Art sorgen, wird aber frühestens im kommenden Jahr entschieden, wenn aus den beiden Nestlingen ausgewachsene, imposante Greifvögel geworden sind.