Stuttgart & Region

Nachwuchs im Amazonienhaus

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Faultier-Weibchen Edeka hat Ende April ihren ersten Nachwuchs zur Welt gebracht. © Laura Edenberger
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Auf dem Rücken der Goldkopflöwenäffchen finden gleich beide Jungtiere Platz. © Laura Edenberger
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Fest klammert sich das neugeborene Faultier an Edekas Bauch.
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Auf dem Rücken der Goldkopflöwenäffchen finden gleich beide Jungtiere Platz.

Stuttgart. Kinderstube in der Wilhelma: Bei den Goldkopflöwenäffchen und den Faultieren im Amazonienhaus hat es im April Nachwuchs gegeben. Bereits seit Gründonnerstag ziehen die Goldkopflöwenäffchen Zwillinge auf. Bei ihren Mitbewohnern gab es Ende des Monats Zuwachs.

Faultier-Weibchen Edeka hat am 29. April ihr erstes Jungtier zur Welt gebracht, teilt der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart mit. Eigentlich hatte man bei ihr und ihrem Partner Flash noch nicht mit Nachwuchs gerechnet, da Edeka mit ihren dreieinhalb noch recht jung und auch Flash vor kurzem erst zwei Jahre alt geworden ist. „Die zwei sind ein bisschen frühreif“, erzählt Tierpfleger Joschka Schulz. „Wir haben aber schon gesehen, dass Edeka sich langsam rundet. Sie war sonst immer sehr schlank, weil unsere Faultiere hier viel Gemüse bekommen.“ Wie in ihrer Heimat, dem nördlichen Amazonasgebiet, steht auf dem Speiseplan der Zweifinger-Faultiere vor allem energiearme Pflanzenkost. Diese sorgt nicht nur für eine gute Figur, sondern wird aufgrund der niedrigen Stoffwechselrate zudem sehr langsam umgesetzt. Daher klettern die Tiere nur sehr gemächlich von Ast zu Ast und ruhen den Großteil des Tages verborgen im Laub der Baumkronen.

Auch Edeka zieht sich im Moment mit ihrem Nachwuchs gern zurück. „Am ersten Tag nach der Geburt hat sie sich gar nicht blicken lassen“, berichtet Schulz. „Am Tag darauf ist sie langsam wieder zum Füttern gekommen. Es ist eben das erste Jungtier, da ist sie schon ein wenig aufgeregt.“ 

Im Amazonienhaus kümmern sich momentan nicht nur die Faultiere um ihren Nachwuchs: Auch die Goldkopflöwenäffchen haben alle Hände voll zu tun, nachdem Weibchen Kamya am Gründonnerstag Zwillinge zur Welt gebracht hat. Zusammen mit ihrem Partner Mosi kümmert sie sich mittlerweile um insgesamt fünf Jungtiere. Die älteren Geschwister helfen bei der Betreuung der Neugeborenen.

Mit diesem wichtigen Zuchterfolg trägt die Wilhelma dazu bei, dass diese stark gefährdete Art auch zukünftig erhalten bleibt. Die Löwenäffchen sind ausschließlich im Südosten Brasiliens beheimatet, wo sie nur in sehr eng begrenzten Gebieten des Regenwaldes vorkommen. Diese sind besonders stark von Abholzungen betroffen, so dass große Teile des natürlichen Lebensraumes zerstört sind. Dank koordinierter Zucht leben heute über 650 Goldkopflöwenäffchen in den Zoos weltweit.