Stuttgart & Region

Neuer Greifvogel in der Wilhelma

1/3
Greifvogel Wilhelma_0
Weibchen Bonnie ist etwas größer und lässt sich gut an den hellen Punkten an Hals und Brust erkennen. © Laura Edenberger
2/3
_1
Weibchen Bonnie ist etwas größer und lässt sich gut an den hellen Punkten an Hals und Brust erkennen.
3/3
_2
Die beiden Falkland-Karakaras Bonnie und Clyde bilden schon nach den ersten gemeinsamen Wochen ein harmonisches Paar.

Stuttgart. Seit vergangenem Jahr lebt der Falkland-Karakara Clyde in der Wilhelma in Stuttgart. Vor kurzem hat der Greifvogel Gesellschaft bekommen: Weibchen Bonnie ist zu ihm in die Voliere gegenüber der neuen Schneeleoparden-Anlage gezogen. Gemeinsam stellt das Pärchen nun die Kreativität der Tierpfleger des Zoologisch-Botanischen Gartens täglich neu auf die Probe, heißt es in einer Pressemitteilung der Wilhelma.

"Karakaras sind wahnsinnig schlaue Tiere", erklärt Revierleiterin Andrea Timm. "Daher sind Intelligenzspiele gut geeignet, um sie zu beschäftigen. Das Material müssen sie aber leicht kaputt machen können, sonst wird es ihnen schnelll zu langweilig." Die Futterrationen dürfen sich die Greifvögel daher vor den Mahlzeiten erarbeiten und unter Hackschnitzeln, aus morschen Wurzeln oder Pylonen hervorziehen. Männchen Clyde bringt einen Teil seiner Portion meist noch vor seiner Partnerin in Sicherheit. „Bonnie ist schüchterner, aber auch größer“, berichtet die Tierpflegerin.

Obwohl die Karakaras zu den Greifvögeln zählen, sind sie viel zu Fuß unterwegs und ähneln in diesem Verhalten eher den Papageien. Denn im Gegensatz zu den echten Falken ernähren sich die Karakaras hauptsächlich von Aas. Da sie nicht darauf angewiesen sind, ihre Beute im Flug zu erlegen, werden sie auch Geierfalken genannt.

Beheimatet sind die nach den Inseln vor Argentinien benannten Falkland-Karakaras in den südlichsten Regionen Südamerikas. Dort bewohnen sie einzeln oder paarweise felsige Küstenlandschaften. Da die Greifvögel stellenweise stark bejagt werden, gilt ihr Bestand als gefährdet.

In der Wilhelma hofft man bei Bonnie und Clyde auf Nachwuchs. „Sie verstehen sich wirklich sehr gut“, erzählt Andrea Timm. „Clyde war alleine immer recht ruhig. Seit Bonnie da ist, hört man vor allem morgens ihr gemeinsames schrilles Kreischen, mit dem sie ihr Revier abgrenzen.“

Mit zwei Jahren sind die Greifvögel noch sehr jung und kommen nun langsam in die Geschlechtsreife. Im nächsten Jahr widmen sich die beiden also vielleicht schon dem Nestbau. Bis es so weit ist, bekommen sie zwischen 14 und 15 Uhr täglich kleine Überraschungen ins Gehege gelegt und dürfen dann die neuen Intelligenztests auf Herz und Nieren prüfen.