Stuttgart & Region

Neuer Schabrackentapir in der Wilhelma

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Schabrackentapir Ketiga nach seiner Ankunft in der Wilhelma. © Ramona Adolf
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Schabrackentapir Ketiga nach seiner Ankunft in der Wilhelma. © Ramona Adolf
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Schabrackentapir Ketiga nach seiner Ankunft in der Wilhelma. © Ramona Adolf

Stuttgart.
Neuer Bewohner im Flusspferdhaus in der Wilhelma: Seit gestern wohnt dort ein 14 Monate alter Schabrackentapir. Dessen Nachbar, Flusspferd Mike, wird in den nächsten Wochen in einen Zoo nach Tschechien umziehen. Damit wird nun auch das letzte Flusspferd die Wilhelma verlassen. Das Flusspferdhaus wird zum Tapirhaus umgewandelt. Schwabrackentapir Ketiga macht den Anfang.

Ketiga wurde vom Leipziger Zoo nach Cannstatt gebracht. Ab Mittwoch (30.08.) können die Besucher ihn sehen. Allerdings nicht im Außengehege. Dort wird er erst in den kommenden Tagen bei seiner stufenweisen Eingewöhnung zu sehen sein.

Rüssel dient im Wasser als Schnorchel

Schabrackentapire gehörten zur auffälligsten und größten Tapiart. Nach der Geburt haben sie zunächst längsgestreiftes Fell in dunklem braun. Mit dem Alter entwicklen sie eine farblich abgesetzte Rückenpartie. Diese erinnert an einen Überwurf, der im Reitsport als "Schabracke" bezeichnet wird. Daher stammt der Name der Tapire. Auch der Neuling in der Wilhelma hat diese typische Fellmusterung bereits. Sie dient als Tarnung im Schattenwurf hoher Bäume. Sich zu verstecken fiele Tapiren sonst sehr schwer. Ein Schabrackentapir-Bulle kann bis zu zweieinhalb Meter groß und 400 Kilogramm schwer werden.

Hervorstechend bei Tapiren ist die bewegliche Schnauze. Nase und Oberlippe bilden einen Rüssel, der zum Greifen dient. Im Wasser können sie ihn außerdem als Schnorchel verwenden.

Wilhelma-Direktor hofft auf ein Tapir-Weibchen

Tapire gab es, wie Fossilfunde zeigen, einst auf allen Kontinenten, außer in der Arktis. Heute gibt es nur noch fünf Arten. Vier davon leben in Mittel- oder Südamerika und nur eine in Asien. Mittlerweile gehört der Schabrackentapir zu den stark gefährdeten Tierarten. Der Bestand hat sich in den vergangenen 30 Jahren halbiert. Die Zoos in Europa betreiben ein Erhaltungszuchtprogramm mit derzeit rund 50 Tieren. Ketiga kam auf Empfehlung des Koordinators nach Stuttgart. „Wir hoffen, dass wir bald auch ein Weibchen zugewiesen bekommen“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Wir möchten uns gerne an der wichtigen Nachzucht der seltenen Tapire beteiligen.“