Neuer Stadtteil Stuttgart Rosenstein: Rahmenplan beschlossen - so geht es weiter
Es kommt nicht allzu oft vor, dass in einer Stadt ein kompletter Stadtteil neu aus dem Boden gestampft werden kann. Schon gar nicht im Fall einer Großstadt wie Stuttgart. Für die Landeshauptstadt ist aber genau das in den nächsten Jahren möglich. Wenn der künftige neue Hauptbahnhof eines Tages in Betrieb genommen wird, können die oberirdischen Gleise zurückgebaut werden. Dadurch werden 85 Hektar Fläche frei. Auf diesem Areal soll dann der neue Stadtteil „Stuttgart Rosenstein“ entstehen. Nun hat das Projekt eine wichtige Planungshürde genommen, Baubürgermeister Peter Pätzold spricht von einem „Meilenstein“.
„Stuttgart Rosenstein wird zeigen, wie die Stadt der Zukunft aussehen soll“
Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hat am Dienstag (17.10.) den Rahmenplan für das größte Stuttgarter Stadtentwicklungsprojekt mit 13 Ja-Stimmen und zwei Gegenstimmen beschlossen. „Heute haben wir einen Meilenstein für die Zukunft Stuttgarts auf den Weg gebracht“, wird Baubürgermeister Pätzold in einer Mitteilung der Stadt zitiert, „Stuttgart Rosenstein wird zeigen, wie die Stadt der Zukunft aussehen soll“.
Die Planung fußt auf dem Siegerentwurf des internationalen offenen städtebaulichen Wettbewerbs der Arbeitsgemeinschaft „asp Architekten“ und „Koeber Landschaftsarchitektur“. Der Rahmenplan beruht dabei auf detailliert ermittelten Bedarfen und Anforderungen.
Was ist in Stuttgart geplant?
Drei Quartiere sind in „Stuttgart Rosenstein“ geplant: Das Europaquartier, die sogenannte „Maker City“ sowie das Rosensteinquartier mit den Campus-Standorten. Verbindendes Element soll der Gleisbogenpark werden, der sich wie ein grünes Band durch Stuttgart Rosenstein ziehen und an die bestehenden Quartiere anknüpfen soll.
Was umfasst der Rahmenplan für Stuttgart Rosenstein?
Der Rahmenplan beinhaltet neben den Planungsschichten – wie Mobilität, Nutzung und Freiraum – auch ein Regelwerk zu den einzelnen Teilquartieren sowie Handlungsempfehlungen zu den jeweiligen Bausteinen. Dabei unterscheidet er sich laut einer Mitteilung aus dem Rathaus von einem herkömmlichen Rahmenplan: Es werden nämlich nicht nur städtebauliche Qualitäten definiert, sondern er dient auch als Richtungsweiser für zukünftige Themen, die erst im weiteren Verlauf der Planung beantwortet werden können, aber bereits heute mitgedacht werden müssen. Denn schon jetzt ist klar: Das Projekt wird sich über mehrere Jahrzehnte ziehen.
Der künftige Stadtteil soll Leben, Arbeiten und Wohnen zusammenbringen. Dazu wird das sogenannte „Konzept der gemischten Stadt“ umgesetzt. Konkret bedeutet das: Die Trennung zwischen Wohngebieten, Gewerbe-, Büro und Produktionsarealen soll sich auflösen. Es entsteht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur gemeinschaftlichen Nutzung des Stadtraums. Insbesondere die „Stadt der kurzen Wege“, wonach ein Großteil der Einrichtungen fußläufig oder mit dem Fahrrad schnell erreichbar sein soll, trägt hierzu bei.
Wie viele Wohnungen sollen in Stuttgart Rosenstein entstehen?
„In Stuttgart Rosenstein zu wohnen, heißt, zentral und dennoch im Grünen zu wohnen“, heißt es von den Planern. Ein zentrales Anliegen ist dabei selbstredend die Schaffung von dringend benötigtem neuen Wohnraum in der Landeshauptstadt: Insgesamt sollen zwischen 4700 und 5800 neue Wohneinheiten entstehen, viele davon als geförderter Wohnraum. Darüber hinaus soll es Schulen, Kitas, Sportanlagen sowie Kultureinrichtungen geben.
Wie geht es jetzt weiter?
Das Gebiet C1, die sogenannte „Maker City“ rund um die Wagenhallen, ist ein IBA’27-Projekt und soll daher als erstes der drei Quartiere entwickelt werden. Zudem müssen hier keine Gleise zurückgebaut werden. Hier entsteht auch der Interimsstandort für die Württembergischen Staatstheater Stuttgart.
Der Bau des Interimsstandorts ist ein gemeinsames Projekt von Stadt und Land. Das Vergabeverfahren für die Architektur soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Für den zweiten großen Teil des IBA’27-Projekts – die Öko und Sozialpioniere – soll Anfang 2024 die Grundsatzvorlage zur Entwicklung und Vermarktung der Baufelder eingebracht und beschlossen werden, damit auch hier die weiteren Verfahrensschritte bis zur Vergabe der Baufelder erfolgen können.
Weitere Informationen zum Projekt und den Planungen finden Sie unter www.rosenstein-stuttgart.de/projekt


