Stuttgart & Region

Sanierung der Oper Stuttgart: So soll der Interimsstandort aussehen

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Über die Renovierung des über 100 Jahre alten Opernhauses im Stuttgarter Schlossgarten wird schon seit Jahren politisch diskutiert. © Unsplash/Pasqualino Capobianco

Die Oper in Stuttgart ist dringend sanierungsbedürftig. Doch das Projekt ist längst eine Hängepartie geworden. Über die Renovierung des über 100 Jahre alten Opernhauses im Schlossgarten wird schon seit Jahren politisch diskutiert. Es muss generalsaniert werden, es platzt aus allen Nähten. Darüber hinaus wird mehr Platz zum Beispiel für Proberäume benötigt, das Dach aus dem Jahr 1911 ist marode, die Bühnentechnik veraltet und die Gastronomie nicht mehr zeitgemäß.

So viel soll die Interimsoper in Stuttgart kosten

Eine gemeinsame Projektgesellschaft der Stadt Stuttgart und des Landes soll das Gesamtprojekt planen und umsetzen. Die Kosten dafür wollen sich Land und Stadt teilen. Ob der bisherige Kostenrahmen von über einer Milliarde Euro zu halten ist, wird aber stark infrage gestellt. Für die Dauer der geplanten Sanierungsarbeiten muss die Oper zudem jahrelang an eine Interimsspielstätte ausweichen. Die Kosten für diese Interimsoper werden aktuell mit 224 Millionen Euro veranschlagt. Und nun ist klar, wie diese Zwischen-Spielstätte aussehen soll. 

Im europaweiten Wettbewerb hat sich ein gemeinsamer Entwurf von a+r Architekten (Stuttgart) und NL Architects (Amsterdam) durchgesetzt (hier finden Sie den detaillierten Sieger-Entwurf im Überblick). Das teilte die Stadt am Dienstag (20.06.) mit. „Der Entwurf schafft Raum für Wohnen und unterstreicht seine Transformationsfähigkeit in die Maker City. Es ist ein positiver Auftakt für dieses Quartier, das ein spannendes kulturelles Experimentierfeld wird“, erklärt der erste Bürgermeister Fabian Mayer. Als Baubeginn nennt Mayer das Jahr 2026, mit Beginn der Spielzeit 2029 könnte das Interim in Betrieb genommen werden. 

Stadt und Land stellen den Siegerentwurf des Wettbewerbs Ausweichspielstätte vor.
Stadt und Land stellen den Siegerentwurf des Wettbewerbs Ausweichspielstätte vor. © Leif Piechowski/Lichtgut

Insgesamt 20 Beiträge im Wettbewerb

Über den Entwurf entschied eine Jury aus Fachleuten, Gemeinderats- und Landtagsmitgliedern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung und des Landes. Im Wettbewerb befanden sich insgesamt 20 Beiträge. „Den Entwurf zeichnet eine Leichtigkeit und Lässigkeit aus und auch einen schonenden Umgang mit Ressourcen. Das erzeugt Vorfreude auf die Maker City“, lobt der Vorsitzende des Preisgerichts Jens Wittfoht. 

Alexander Lange, Geschäftsführer von a+r Architekten, ergänzt: „Unsere städtebauliche Leitidee ist, schon in der ersten Bauphase an die Folgenutzung zu denken – im Sinne der Ökologie und Wirtschaftlichkeit, um unnötigen Abriss zu vermeiden. Eine hohe Flexibilität der gebauten Strukturen ermöglicht verschiedenste gewerbliche Nachnutzungen. Das dörfliche Wohnen in den obersten Geschossen verknüpft die Vorteile vom Land mit den Vorteilen der Stadt.“

Alexander Lange spricht über seinen Entwurf in der Pressekonferenz
Alexander Lange, Marc-Oliver Hedriks, Jens Wittfoth, Arne Braun, Fabian Mayer, Gisela Splett, Peter Holzer, Sven Matis. (von vorn nach hinten). © Leif Piechowski/Lichtgut

Das Interim findet sich in Nachbarschaft zu den Wagenhallen. Es ermöglicht während der acht- bis zehnjährigen Sanierung des historischen Littmann-Baus Aufführungen der Staatsoper Stuttgart und des Stuttgarter Balletts und bietet Raum für Produktion, Proben, Lager, Technische Dienste und für Teile der Verwaltung der Württembergischen Staatstheater.

Nach Abschluss der Sanierung und Umzug von Oper und Ballett zurück an den Oberen Schlossgarten werden Teile der Gebäude für die „Maker City“ weitergenutzt. Die „Maker City“ (C1-Quartier) zählt zu den IBA’27-Projekten – die städtebauliche Entwicklung des Areals rund um die Stuttgarter Wagenhallen soll zum Ort für produktiv-kreative Pilotprojekte werden.

Wie geht es jetzt weiter?

In einem nächsten Schritt wird der Planungswettbewerb für die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung am Oberen Schlossgarten vorbereitet. Für den Baubeginn am Oberen Schlossgarten muss das Interim an den Wagenhallen fertiggestellt werden. Ebenso muss der Werkstattneubau an der Zuckerfabrik fertig sein und die Flächen am Oberen Schlossgarten durch freigemacht werden. Die im Januar von Stadt und Land gegründete Projektgesellschaft soll dann perspektivisch alle Teilprojekte übernehmen. 

Die Entwürfe im Überblick

Die 20 Teilnehmerentwürfe des Wettbewerbs sind zu finden unter https://www.stuttgart.de/leben/bauen/bauprojekte/wettbewerb-interim-oper.php Darüber hinaus sind die Entwürfe vom 21. bis 25. Juni 2023, jeweils 13 bis 19 Uhr im Kunstverein Wagenhalle im Atelier Dundu ausgestellt.

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