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Stuttgart: Neue Zebra-Stute aus dem Tierpark Berlin in der Wilhelma

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Die Grévy-Zebra-Stute Kianga ist aus dem Tierpark Berlin in die Wilhelma nach Stuttgart gekommen. © Wilhelma Stuttgart

Die Grévy-Zebras der Wilhelma in Stuttgart sind seit kurzem wieder zu viert. Das gab der Zoologisch-Botanische Garten am Donnerstagmorgen (25.06.) in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach lebt die Stute Kianga, die aus dem Tierpark Berlin in die Wilhelma gekommen ist, nach einigen Tagen Quarantäne jetzt auf der Afrika-Savanne des Stuttgarter Zoos. Sie gewöhnt sich langsam in die Gruppe der anderen Stuten ein. Doch für Zugezogene ist aller Anfang schwer. Während das alteingesessene Trio oft zusammensteht, sieht man den Neuling noch meist alleine stehen.

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Noch steht Stute Kianga (vorne) als Neuling meist getrennt von der Grévy-Zebra-Gruppe der Wilhelma in Stuttgart. © Wilhelma Stuttgart

„Grévy-Zebras leben in der Natur in lockeren Verbänden. Es gibt Stutengruppen und Hengstherden. Manche Hengste bleiben auch Einzelgänger“, sagt Ulrike Rademacher, die Kuratorin für die Huftiere der Wilhelma. „Es gibt Anzeichen, dass Grévy-Zebras unter Zoobedingungen auch paarweise Freundschaften ausbilden. Deshalb setzen wir für eine möglichst harmonische Haltung auf eine gerade Zahl von Tieren. Die vier Stuten werden sich bald arrangieren.“ 2019 hatte sich der Bestand auf drei Stuten verringert, weil die älteste wegen altersbedingter Leiden mit 24 Jahren eingeschläfert werden musste.

Ranghöchste Stute stellt die Hierarchie klar

Die Anlage, die sie sich mit Dorcas-Gazellen und Säbelantilopen teilen, bietet genug Platz, dass die Zebras sich bei Bedarf aus dem Weg gehen können – und das nutzen sie bisher noch. „Die ranghöchste Stute Gabora ist daran interessiert, gegenüber der Neuen die Hierarchie in der kleinen Herde klarzustellen. Der Rang regelt zum Beispiel das Anrecht auf die besten Liegeplätze, Futterstellen und Schattenbereiche“, so Rademacher. „Kianga sucht manchmal die Nähe zu den anderen beiden. Milly und Lady sind nicht abweisend und paktieren nicht gegen sie, aber Gabora jagt die Neue hin und wieder durch die Anlage. Das wird einige Male zu beobachten sein, bis das Verhältnis geklärt ist.“

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Die Grévy-Zebra-Stuten Gabora, Milly und Lady der Wilhelma in Stuttgart sind oft zusammen anzutreffen. © Wilhelma Stuttgart

Mit 14 ist Kianga zwei Jahre jünger als Gabora, die 2013 ebenfalls aus Berlin nach Stuttgart gekommen ist. In der Hauptstadt lebte die allerdings im Berliner Zoo, deshalb kennen sich die beiden nicht von früher. Da Kianga ein ruhiger Typ ist, dürfte die bisherige Chefin Gabora wohl die Oberhand behalten und der Neuling sich einordnen.

Der Koordinator des Erhaltungszuchtprogramms der europäischen Zoos (EEP) hat der Wilhelma empfohlen, mit ihren Grévys zu züchten. Deshalb soll im Herbst ein Hengst hinzukommen, so dass ab 2021 wieder auf Nachwuchs zu hoffen ist. Zuletzt hatte es 2017 zwei Fohlen in der Wilhelma gegeben: Lisbeth, die Tochter von Gabora, und Theo, der Sohn von Milly, sind 2019 weitergezogen in den Zoo Zürich beziehungsweise die Réserve de Africaine in Sigean nahe der französischen Mittelmeerküste bei Béziers.

Grévy-Zebras sind stark gefährdet

Die Art der Grévy-Zebras, wie sie die Wilhelma hält, ist nach dem früheren Staatspräsidenten von Frankreich Jules Grévy benannt. Es sind die größten Zebras und haben das dichteste Streifenmuster. Sie kommen nur in Halbwüsten in Südäthiopien und Nordkenia vor und gelten als stark gefährdet. Ihr Bestand brach seit den 1970er Jahren in erster Linie durch Wilderei um mehr als 80 Prozent ein. Dank effektiver Schutzprogramme hat er sich wieder auf rund 3000 Tiere erholt.

Die Wilhelma unterstützt seit 2005 ein Projekt vor Ort, das vor allem auf die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung setzt, um Mensch-Tier-Konflikte zu verringern. Zoos haben inzwischen eine Reservepopulation von gut 500 Grévy-Zebras aufgebaut.