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Stuttgart: Querdenker missbrauchen verstorbene Stadt-Mitarbeiter für Propaganda

Rathaus Stuttgart
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Die Stadt Stuttgart hat Strafanzeige gegen die Verfasser von Tweets gestellt, in denen städtische Todesanzeigen für Anti-Impf-Propaganda missbraucht wurden. Das bestätigte die Pressestelle unserer Redaktion am Freitag (23.12.). Die Hintergründe.

Todesanzeigen-Tweets mit Querdenker-Hashtag

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter kursierten in den letzten Tagen Beiträge, in denen die Todesanzeigen verstorbener Mitarbeiter der Stadt Stuttgart aus dem aktuellen Jahr zu sehen waren. Mit einem in der Querdenker-Szene beliebten Hashtag und Links wurde suggeriert, es könne hier einen Zusammenhang zur Corona-Impfung geben.

Nicht nur Profile mit offensichtlichem Bezug zur Querdenker-Szene verbreiteten die Todesanzeigen auf Twitter. Einer der Beiträge stammt nach unseren Recherchen von einem bayrischen AfD-Politiker, der immer wieder mit verbalen Entgleisungen auffällt.

Wie reagiert die Stadt darauf?

Stadt Stuttgart stellt Strafanzeige

"Menschen, die sich um das Wohl der Öffentlichkeit verdient gemacht haben, werden hier auf billige Weise für politische Zwecke benutzt", sagt Sven Matis, Sprecher der Stadt Stuttgart. "Wir verurteilen diesen Umgang mit verstorbenen Mitarbeitenden auf das Schärfste." Wie t-online berichtet, hat die Leitung des Jugendamts im Zusammenhang mit den Tweets bereits einen Drohanruf erhalten.

Auch wenn einige der Todesanzeigen-Tweets in der Zwischenzeit gelöscht wurden, hat die Stadt nach eigenen Angaben am Donnerstag (22.12.) Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gestellt. "Dieses Vorgehen schulden wir dem Andenken der Verstorbenen, vor allem tun wir es aus Respekt gegenüber Angehörigen und Kollegenschaft."