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Tragischer Unfall bei DLRG-Übung

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Symbolbild. © Alexander Roth

Michelbach an der Bilz.
Bei einer Übung auf dem Kocher ist am Donnerstagabend eine 28 Jahre alte Angehörige des DLRG tödlich verunglückt. Gegen 16 Uhr hatte ein Team mit fünf Übungskräften bei Ottendorf (Gemarkung Gaildorf) ein Boot auf dem Kocher bestiegen und war in Richtung Schwäbisch Hall gefahren. An einem Wehr bei Ziegelhütte (Gemarkung Michelbach/Bilz) kenterte das Boot.

Während sich vier Personen an das Ufer retten konnten, gelang es der 28-Jährigen nicht, sich gegen die Wassermassen zu wehren. Die Kameraden setzten sofort einen Notruf ab, woraufhin zahlreiche Einsatzkräfte von DLRG, Feuerwehr und Polizei nach der Frau suchten. Leider konnte die Frau in den späten Abendstunden mehrere Kilometer weiter am Stausee Steinbach bei Schwäbisch Hall nur noch tot geborgen werden.

Die Übungskräfte wurden nach dem schrecklichen Unglück vom Kriseninterventionsteam betreut.

Die Freiwillige Feuerwehr Westheim war mit sieben Fahrzeugen und 40 Personen und das DLRG Bezirk Schwäbisch Hall mit 20 Personen im Einsatz. Die Polizei war ebenfalls mit mehreren Streifenbesatzungen im Einsatz.

Dass eine Kameradin ihr Leben verloren habe, sei traurig und erschütternd für alle DLRG-Helfer, sagte Ursula Jung, die Vizepräsidentin des DLRG-Landesverbandes, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind alle sehr betroffen, unser ganzes Mitgefühl gilt den Angehörigen, aber wir sind auch in Gedanken bei unseren Einsatzkräften, die unmittelbar dabei waren."

Die Rettungsübung auf dem Kocher sei an einer Stelle durchgeführt, die aufgrund zahlreicher vergleichbarer Fahrten sehr gut bekannt sei, erklärte der Verband. "Die Übung war sachgerecht vorbereitet und abgesichert; der Ausbildungsstand der Mannschaft und das Material entsprachen den hohen Standards der DLRG."

Ein Risiko sei bei realen Rettungseinsätzen sowie bei realistischen Übungen immer gegeben, erklärte Jung. Alle Einsatzkräfte würden deshalb eine gründliche Ausbildung erhalten, wobei der praktische Teil zunächst auf langsam fließenden Gewässern erfolge. "Aber um dann tatsächlich gewappnet zu sein, bedarf es auch eines Übens unter realistischen Bedingungen", sagte Jung.