Stuttgart & Region

Vier kleine Totenkopfäffchen in der Wilhelma

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Die kleinen Totenkopfäffchen werden von ihren Müttern und den anderen Weibchen aus der Gruppe auf dem Rücken getragen. © Laura Edenberger
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Die kleinen Totenkopfäffchen werden von ihren Müttern und den anderen Weibchen aus der Gruppe auf dem Rücken getragen. © Laura Edenberger
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Neugierig unternehmen die Jungtiere die ersten selbstständigen Klettertouren.
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Die kleinen Totenkopfäffchen werden von ihren Müttern und den anderen Weibchen aus der Gruppe auf dem Rücken getragen.

Stuttgart. Auf den Subtropenterrassen der Wilhelma in Stuttgart können Besucher vier kleine Schwarzkappen-Totenkopfäffchen bei ihren ersten Klettertouren beobachten. Wie der Zoologisch-Botanische Garten am Freitag mitteilte, sind die Jungtiere bereits im Mai zur Welt gekommen und werden jetzt Schritt für Schritt von ihren Müttern in die Selbstständigkeit entlassen. Bei Versteckspielen und Verfolgungsjagden erproben die Kleinen ihre Geschicklichkeit und Balance.

Die Affenbande der Wilhelma ist mit den Neuzugängen nun auf 17 Tiere angewachsen. Die Tier leben harmonisch zusammen. Während die einjährigen Jungtiere schon ganz auf sich gestellt sind, dürfen die vier jüngsten Äffchen erst seit kurzem ohne Aufsicht umhertoben und ihre ersten selbstständigen Klettertouren unternehmen.

Verlässt sie doch einmal der Mut, rufen sie laut nach ihren Müttern. Auf deren Rücken fühlen sich die Kleinen im Zweifel doch am sichersten. Schließlich verbrachten sie dort auch ihre ersten Lebenswochen. "Sofort nach der Geburt greifen die Neugeborenen instinktiv nach dem Fell ihrer Mütter und klettern auf deren Rücken", erzählt Tierpflegerin Daniela Muffler.

Beheimatet sind die Schwarzkappen-Totenkopfäffchen in den Regenwäldern von Bolivien und Brasilien, wo sie in großen Gruppen auf der Suche nach Nahrung durch die Baumkronen streifen. Am Boden sind sie nur selten.

Die Verantwortung für den Nachwuchs teilen sich die Weibchen. "Am Anfang kümmern sich nur die Mütter um die Jungtiere, später unterstützen auch die Schwestern und Tanten", erklärt die Tierpflegerin. „Die Töchter bleiben ihr Leben lang in ihrer Geburtsgruppe und lernen so schon in jungen Jahren, worauf es bei der Aufzucht ankommt.“ Auch innerhalb der Gruppe haben die Weibchen das Sagen und geben den Ton an, während die Männer meist etwas Abstand halten und lieber unter sich bleiben. Kommuniziert wird in der Affenbande mit Lauten vom Fiepsen bis zum Zwitschern.

Illampu hat auch im vergangenen Jahr für Nachwuchs gesorgt

Richtig interessant werden die Männer für ihre potentiellen Partnerinnen erst in der Paarungszeit. Dann muss Zuchtmann Illampu, der bereits im vergangenen Jahr in der Wilhelma erfolgreich für Nachwuchs sorgte, kräftig an Körperumfang zulegen. Denn starke Männer sind bei den weiblichen Äffchen besonders gefragt. Da Illampu jedoch das einzige Männchen in der Gruppe ist, muss er keine Konkurrenz fürchten. Die in der Natur zum Teil heftigen Kämpfe, die die Männchen um das Paarungsrecht untereinander ausfechten, bleiben ihm erspart. Erst wenn Illampus Söhne zu aufmüpfig werden und in die Geschlechtsreife kommen, könnte der Haussegen in der Gruppe schief hängen. Bevor es dazu kommt, ziehen die Jungtiere im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms in andere Zoos um. Außerdem wird alle drei Jahre der Zuchtmann in einer Gruppe ausgetauscht, um Inzucht zu vermeiden und um sicherzustellen, dass die Töchter in ihren Familien bleiben können.