Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel: Ist die Brezel in Gefahr?
Das Bundesministerium für Ernährung will in Zukunft Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten. Ziel des Gesetzentwurfs ist es, die Gesundheit der Kinder zu schützen. Unter das Werbeverbot fallen vor allem Lebensmittel mit zu viel Zucker, Fett - und auch Salz. Ist also unsere Brezel in Gefahr?
Werbeverbot für die Brezel? Warum das Thema aktuell hochkocht
Herstellern soll es künftig verboten werden, gezielt auf Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel zu machen. "Der übermäßige Verzehr solcher Lebensmittel trägt zu ernährungsmitbedingten Erkrankungen bei (z.B. Adipositas, Diabetes), die hohe gesellschaftliche Kosten verursachen", heißt es in der Begründung des Ministeriums. Vorrangig dürfte dieses Verbot vor allem für Süßigkeiten oder zuckerhaltige Getränke gelten.
Aber auch die schwäbische Brezel könnte davon betroffen sein. Denn: Das Laugengebäck ist sehr salzig und enthält obendrein auch noch viel Zucker. So hat unter anderem die CDU-Abgeordnete Christina Stumpp aus Waiblingen das drohende Werbeverbot kritisiert. Auf ihrer Homepage schrieb Stumpp: "Özdemirs Planlosigkeit zeigt sich an der Brezel."
Auch Bäcker aus der Region befürchten, in Zukunft nicht mehr auf Tüten, Verkaufstafeln oder Flyern für die Brezel werben zu können. Initiator des Gesetzentwurfs ist ausgerechnet Cem Özdemir, der jüngst sogar die Brezel als UNESCO Weltkulturerbe sehen wollte. "Das Werbeverbot, das kann er sein lassen", sagt beispielsweise Heinrich Beck von BeckaBeck aus Römerstein.
Ministerium beruhigt: Für die Brezel darf weiter geworben werden
Das Ministerium hat gegenüber dem SWR nun Stellung zur Debatte bezogen. Özdemir "ist ein Fan der Brezel und hat sich dafür ausgesprochen, die Tradition des handwerklichen Brezelbackens als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen." Jedoch sei die Werbung für ungesunde Lebensmittel trotzdem ein relevanter Faktor für die Gesundheit von Kindern.
Zudem betonte das von Özdemir geleitete Ministerium, dass der Gesetzentwurf kein grundsätzliches Verbot von Werbung für ungesunde Lebensmittel vorsehe - sondern nur gezielt auf Kinder ausgerichtete Werbung. Von einem Werbeverbot für die Brezel könne also keine Rede sein.


