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Wie aus Turm-Kino Traumpalast wird

Wie aus Turm-Kino Traumpalast wird_0
Wo jetzt noch der Eingang zum früheren Rex-Kino ist, soll das neue Foyer für den Gmünder Traumpalast entstehen. Der Bau wird an das bisherige Turmtheater angedockt. © Architekt Hardy Kögel

Schwäbisch Gmünd. Wo heute noch der alte Eingang zum Rex-Kino steht, soll ab nächstem Frühjahr ein helles Foyer in den Traumpalast führen. Heinz Lochmann, der das Gmünder Kino Turmtheater im Mai übernommen hat, stellte die Pläne dafür im Bauausschuss des Schwäbisch Gmünder Gemeinderats vor.

Bis zum Beginn der Remstal-Gartenschau 2019 will Lochmann den alten Rex-Kino-Eingang abreißen und dort seinen Traumpalast bauen lassen. Dieser soll sich anschließen an den aktuellen Eingang des Turmtheaters, erklärte Oberbürgermeister Richard Arnold auf Nachfrage von Bürgerliste-Stadtrat Ullrich Dombrowski. „Der jetzige Eingang war nur ein Noteingang“, meinte Richard Arnold: „Die Ecke ist über die Jahre immer dunkler geworden, der Traumpalast soll künftig leuchten.“

Die Pläne für den Gmünder Traumpalast seien zukunftsgerichtet, doch sie seien eingepasst in das bestehende Kinokonzept aus dem Jahr 2002. Die Nachbarn seien einverstanden, sagte der Oberbürgermeister, von Jugendlichen habe er die Rückmeldung erhalten, dass sie sich sehr auf das neue Kino freuen.

Während des Umbaus bleiben Kinosäle geöffnet

Kinofans werden während des Umbaus vom Turmtheater zum Traumpalast nicht auf Filmvorführungen verzichten müssen, wie Lochmann erklärte. Er will die Arbeiten so gestalten, dass die bestehenden Kinosäle geöffnet bleiben, während die neuen im Bau sind. „Wenn es so klappt, dass wir nächstes Jahr im Mai fertig sind und ich dann noch etwas Geld habe, werde ich im Sommer anfangen, die alten Säle umzubauen“, erklärte er. Die fünf bestehenden Kinosäle des Turmtheaters reichten gerade mal so, um „Blockbuster“ zu zeigen, „die Spitze der Kinofilme“.

Wer bei Filmen allerdings in die Tiefe gehen und auch mal welche in der Originalsprache zeigen wolle, brauche mehr Säle. Zehn hat er vorgesehen, sagt er auf Rückfrage von CDU-Stadtrat Christof Preiß. Die fünf bisherigen wolle er erhalten. Bislang gebe es in diesen fünf Kinosälen rund 1000 Sitzplätze, künftig werde es in zehn Sälen 1100 bis 1200 geben, kündigte er an. Denn die Sitze sollen mehr Abstand zueinander haben als bisher. Und es sollen einige besondere Sitze eingebaut werden, passend zur Ausrichtung der Kinosäle, die alle ihre eigenen Namen bekommen sollen.

„Ich bin Kinomacher, kein Gastronom“

Mit einigen Fotos aus Sälen seiner Kinos unter anderem in Schorndorf, Backnang, Esslingen und Leonberg verdeutlichte Lochmann, was er meinte: In Schorndorf heißt ein Kinosaal mit Orientbildern an den Wänden und Sternenlichtern an der Decke etwa 1001 Nacht. Als Bibliothek ist ein Saal in Leonberg betitelt, der Bilder von Bücherregalen an den Wänden hat.

Lochmann zeigte auch Fotos von besonderen Sitzen, die sich bewegen, wenn es im Film in eine Kurve oder aber ins Weltall geht.

„Ich bin Kinomacher, kein Gastronom“, antwortete er auf die Frage von CDU-Stadtrat Christian Baron, was aus dem Lokal „El Mexicano“ im Kinogebäude wird. Die Gastronomie wolle er unabhängig vom Kino und dessen Öffnungszeiten wissen. Dann störe sie nicht.

Der Gastronom wolle den Pachtvertrag fürs „El Mexicano“ ohnehin verlängern und ins Lokal investieren, sagte Lochmann zu diesem Thema.