Stuttgart & Region

Wieder ein Jaguar in der Wilhelma

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Die knapp zwei Jahre alte Jaguarkatze kam am Dienstag, 1.10., in die Wilhelma © Christine Tantschinez
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Die knapp zwei Jahre alte Jaguarkatze kam am Dienstag, 1.10., in die Wilhelma © Sóstó Zoo / Ungarn

Stuttgart-Wilhelma. Es gibt nach sechs Jahren wieder einen Jaguar in der Stuttgarter Wilhelma. Das meldet der Zoologisch-Botanische Garten am Mittwoch. Damit seien mit Tiger, Löwe, Leopard und Schneeleopard wieder alle fünf Großkatzen der Welt zu sehen. Zudem sei der direkte Vergleich zwischen Jaguar und Leopard möglich. Die würden, laut Direktor Dr. Thomas Kölpin, allzu oft verwechselt. 

Seit dem Tod von Jaguar-Dame Petra, die im November 2013 im hohen Alter von 23 Jahren verstorben war, gab es keinen Vertreter dieser Gattung im Raubtiergehege. Nun ist am 1. Oktober eine zweijährige Jaguarkatze aus dem Sóstó Zoo, der im Osten Ungarns 50 Kilometer nördlich von Debrecen liegt, eingezogen. Zur ruhigen Eingewöhnung und für medizinische Untersuchungen bleibt dieser Teil des Raubtierhauses zunächst einige Tage geschlossen. Bei Bedarf wird das Gebäude eventuell stundenweise auch einmal als Ganzes geschlossen.
Im Gegensatz zu Petra handelt es sich beim Neuankömmling nicht um einen schwarzen Jaguar, sondern einen gefleckten Im Kontrast zu dem nebenan lebenden Persischen Leopard Aman sind die beiden Großkatzenarten daher gut zu vergleichen. „Das Aussehen ist recht ähnlich“, erklärt die Raubtier-Kuratorin Dr. Ulrike Rademacher. „Ein Jaguar ist jedoch massiger mit wuchtigerem Kopf und gedrungener mit kürzeren Beinen und kürzerem Schwanz. Bei der Fellzeichnung sind die Rosetten des Jaguars größer und umschließen häufig schwarze Flecken, beim Leopard sind die kleineren Ringe leer.“ 

Die neue Katze ist noch namenlos. Die Pfleger dürfen Namensvorschläge machen und meistens orientiere man sich dabei an der Herkunft des Tieres, erklärt Sprecher Harald Knitter. Der Jaguar stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Südamerikas und dürfte daher einen eher spanisch klingenden Namen erhalten. Er verfügt über den stärksten Biss aller Raubkatzen. So stellt der Jaguar nicht nur Säugetieren, wie Pekaris, Faultieren und Weißwedelhirschen, nach, sondern legt sich im Amazonasgebiet auch mit Kaimanen und Anakondas an. Mit seinem Kiefer kann er sogar den Panzer von Schildkröten brechen.

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft die Tierart als „potenziell gefährdet“ ein. Um den Erhalt des Jaguars in der Natur zu fördern, unterstützt die Wilhelma mit den Spenden ihrer Gäste durch den Artenschutz-Euro die Rettung seines Lebensraums im Regenwald. Durch die Investition in dem mittelamerikanischen Belize konnten bislang bereits 400 Quadratkilometern vor der Rodung gerettet werden.