Stuttgart & Region

Wilhelma: 1,6 Millionen Besucher in 2017

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Mit dem Brüderpaar Kajal und Shapur sind im März wieder Löwen in die Wilhelma eingezogen. © Sarah Utz
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Am 24. März haben sich die beiden Asiatischen Löwen zum ersten mal den Besuchern im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart gezeigt. © Sarah Utz
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Bei den Grevy-Zebras gab es zum ersten Mal nach der Neugruppierung der Herde 2013 Nachwuchs - und das gleich zweifach. © Sarah Utz
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Das kleine Faultier klammert sich gut an Mutter Marlies fest, die sich artistisch von Ast zu Ast hangelt.
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Stute Gabora hat am 25. August Tochter Lisbeth zur Welt gebracht, am 27. August folgte Theo, der Sohn von Stute Milly.
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„Für uns ist diese Geburt ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk“, sagte Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin.
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Flusspferd Mike soll künftig in Tschechien für Nachwuchs sorgen.

Stuttgart. Im Jahr 2017 konnte die Wilhelma ihre Besucherzahl um 23 Prozent gegenüber dem schwierigen Vorjahr steigern. Entsprechend positive Bilanz zieht der Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart für das Jahr, in dem die Löwen zurückkehrten: 1,6 Millionen Gäste passierten die Tore in den vergangenen zwölf Monaten, 300.000 mehr als 2016.

Für 2017 hatte sich der Zoo das Ziel von eineinhalb Millionen Besuchern gesetzt. „Dass uns das gleich 2017 auf Anhieb mehr als gelungen ist, bestätigt uns darin, dass 2016 bei allen Widrigkeiten ein eher untypisches Jahr war“, so der Direktor Dr. Thomas Kölpin. 1,6 Millionen Besucher kamen im vergangenen Jahr in den Stuttgarter Zoo. Einer der stärksten Tage war Halloween - die Wilhelma vermeldete am 31. Oktober 22 500 Besucher. „Das stärkt unser Selbstbewusstsein für die weitere Entwicklung. Da haben wir uns, vor allem mit dem Bau der Asien-Anlagen, einiges vorgenommen, um die Haltung der Tiere zu verbessern und die Anziehungskraft der Wilhelma weiter zu stärken.“ Er gab am Mittwoch (10.1.) in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Eintrittspreise für 2018 im dritten Jahr in Folge unverändert bleiben sollen.

Weniger Baustellen, besseres Wetter und die neue Haltestelle vor dem Haupteingang schufen verbesserte Bedingungen. Dazu konnte die Wilhelma mit neuen Tieren und Löwen zurück nach Stuttgart. Die Brüder stammen aus einem Vierlingswurf im Zoo von Mulhouse im Elsass.

In der Natur ausgerottet: Erster Sommer für die Stuttgarter Säbelantilopen

Während die neuen Löwen aus der besonders bedrohten asiatischen Unterart stammen, waren es ansonsten vor allem afrikanische Arten, die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Auf der Savannenanlage erlebten die Ende 2016 in die Wilhelma eingezogenen Säbelantilopen ihren ersten Sommer in Stuttgart. In der Natur sind sie bereits ausgerottet und werden nur durch die Nachzucht in Zoos vor dem kompletten Aussterben bewahrt. Sie teilen sich die Anlage mit den Grevy-Zebras. Deren 2013 neu zusammengestellte Herde hatte 2017 das erste Mal Fohlen – und das gleich zweifach.

Direkt nebenan bei den Publikumslieblingen, den Erdmännchen, klappte es in der Zuchtfamilie gleich mehrfach. Und die Bonobo-Gruppe begrüßte im Menschenaffen-Haus nicht nur Zuwachs durch das Weibchen Fimi, das aus dem Zoo Leipzig herwechselte, sondern bekam mit dem ersten Jungtier von Chimba einen wegen seiner seltenen Gen-Linie sehr wertvollen Nachkömmling. 

Abschied von Rosi

Einen markanten Wechsel gab es, als mit Mike das letzte Flusspferd die Wilhelma verließ. Der Bulle sollte nach dem altersbedingten Tod seiner Partnerin Rosi nicht allein bleiben und wurde in einen tschechischen Zoo mit zwei Flusspferdkühen vermittelt.

Das Flusspferd-Domizil wurde angepasst für die Tapir-Haltung. „Wir haben uns für die charismatischen Schabrackentapire entschieden“, erklärt Direktor Kölpin. „Mit Ketiga aus dem Zoo Leipzig ist bereits ein Jungtier eingezogen. In Kürze leistet ihm ein ebenfalls junger Bulle aus Rotterdam Gesellschaft.“ Der Wechsel von den afrikanischen Flusspferden zu den asiatischen Schabrackentapiren passt in das Konzept, das die Wilhelma im vergangenen Jahr mit dem Finanzministerium für die Weiterentwicklung des Parks vorgestellt hat.

Neue Asien-Anlagen

Vom oberen Ende sollen entlang der Pragstraße neue Asien-Anlagen entstehen: von Elefantenwelt über Bauernhof mit Huftiergehegen und Streichelzoo, Dorf-Nachbau bis Tiger-Landschaftsgehege. Die schon vorhandenen Anlagen für Tapire, Panzernashörner und Löwen schließen sich dann mit weiteren asiatischen Tierarten nahtlos an. Für 2017 steht die Eröffnung der neuen Schneeleoparden-Anlage im Mittelpunkt. „Das Außengehege wird etwa viermal größer als zuvor und lässt sich so unterteilen, dass eine Zucht möglich wird“, kündigt Kölpin an. Zudem schafft der Umzug der Schneeleoparden Platz im Raubkatzenhaus. „Für die Nutzung der Spielräume entwickeln wir derzeit Pläne.“

„Unsere Kolleginnen und Kollegen der Parkpflege halten den historischen Park in Schuss, dass er immer eine Augenweide ist, nicht nur bei der legendären Magnolienblüte. Und die Gärtnerinnen und Gärtner der Botanik lockten mit den üppigen Gewächshäusern, wertvollen Pflanzensammlungen und Sonderschauen, etwa zu den begehrten Chili- und Zitrusfrüchten und den australischen Klimazonen, erneut nicht nur viele Stammgäste, sondern auch Besucher aus der Ferne in die Wilhelma“, schwärmt Zoo-Direktor Dr. Thomas Kölpin. 

Zum Rückblick:
Eine Umstellung der Besucherzahlen hatte 2016 die Statistik auf eine neue Basis gestellt. Eine automatisierte Erfassung aller Personen an den Eingängen ersetzte Hochrechnungen, wie oft Dauerkarten-Besitzer kamen, wie viele Mitglieder eine Familienkarte nutzten oder wie viele Kinder unter sechs Jahren freien Eintritt hatten. „Das war ein starker Einschnitt, wie ihn auch andere Top-Zoos in Europa vollzogen haben“, erläutert Kölpin. „Er war sinnvoll, um genauere Zahlen zu bekommen – auch wenn damit der Vergleich zu den früheren Jahren statistisch nicht mehr möglich ist.“