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Wilhelma: Flusspferd-Haltung endet nach 50 Jahren

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Flusspferd Mike soll künftig in Tschechien für Nachwuchs sorgen. © Online-Praktikant
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Flusspferd Mike soll künftig in Tschechien für Nachwuchs sorgen. © Online-Praktikant

Stuttgart.
Nach 50 Jahren ist am Dienstagmorgen (17.10.) die Haltung von Flusspferden in der Wilhelma mit der Abreise des Bullen Mike zu Ende gegangen. Nach dem Tod seiner Gefährtin Rosi, soll das alleinstehende Tier künftig in Tschechien weiter zur Erhaltung seiner Art beitragen.

Große Freianlage in Tschechien

„Auch wenn wir uns nur sehr ungern von ihm trennen, ist das die bestmögliche Entscheidung für ihn selbst und die Flusspferde in Europa allgemein“, betonte die stellvertretende Wilhelma-Direktorin Marianne Holtkötter. Im Zoo Dvůr Králové haben die Flusspferde eine große Freianlage mit eigenem See zur Verfügung. „Mike soll in den nächsten Monaten schrittweise mit den beiden Kühen in Dvůr zusammengewöhnt werden“, sagt Holtkötter. „Am sogenannten Schmusegitter wird beobachtet, wie die Tiere aufeinander reagieren, wobei sie vorläufig noch voneinander getrennt bleiben.“ Mikes Gene sind in der europäischen Flusspferdpopulation noch unterrepräsentiert, Nachwuchs ist daher in Zukunft erwünscht.

1967 die ersten Zwergflusspferde

In die Wilhelma waren 1967 zuerst die Zwergflusspferde Hannibal und Nelli eingezogen. 1968 kamen dann die großen Flusspferde Rosi und Egon hinzu. Nachdem der Bulle 1988 starb, folgte 1989 Mike aus dem Zoo von Antwerpen als Zuchtpartner. Vier Nachzuchten von Rosi und Mike wurden im Lauf der Jahre an andere Zoos abgegeben. Nachdem Rosi im vergangenen Dezember mit 49 Jahren altersbedingt starb, war Mike im Flusspferdhaus auf sich allein gestellt.

Keine neuen Flusspferde in der Wilhelma

Da mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Lebensweise der Großsäugetiere auch die Anforderungen an ihre Haltung im Zoo gewachsen sind, ist es der Wilhelma nicht mehr möglich neue Flusspferde aufzunehmen. Das Gebäude wird nun für Kleintierarten genutzt. Ende August ist mit Ketiga ein erster Schabrackentapir eingezogen. Ein zweiter soll noch in diesem Herbst folgen.

Anlage für Flusspferde am Neckarufer?

Das Flusspferd-Kapitel ist für die Wilhelma damit bis auf weiteres abgeschlossen. Vielleicht gibt es eine Fortsetzung, falls die Idee der „Flusspferde am Neckar“ aufgegriffen werden sollte. Nach der Inbetriebnahme des Rosensteintunnels, wenn die Neckartalstraße von vier auf zwei Spuren reduziert wird, könnte am Neckarufer eine Anlage für Zwergflusspferde freiwerden. Diese Überlegung ist bislang jedoch nur ein Gedankenmodell.