Stuttgart & Region

Wilhelma holt Schabrackentapir-Weibchen nach Stuttgart

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Penang bildet in der Wilhelma mit Weibchen Maya künftig ein Zuchtpaar. © ZVW/Sarah Utz
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Die Männer-WG aus Ketiga (rechts) und Penang (links) ging zuende.
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Ketiga hat in der Wilhelma nur ein Gastspiel von einem guten Jahr gegeben. Künftig soll er in Rotterdam für Nachwuchs sorgen.

Stuttgart. Lichtblick für die Schabrackentapire: Künftig hilft die Wilhelma, den Fortbestand dieser bedrohten Tierart zu unterstützen, denn es besteht Hoffnung auf Nachwuchs. In europäischen Zoos gibt es nur wenige Tapire - die wenigsten davon sind Weibchen. Die Hoffnung, für beide Männchen in der Wilhelma Partnerinnen zu finden, ist nun wenige Tage vor Weihnachten aber trotzdem in Erfüllung gegangen.

Das Projekt „Tapir sucht Frau“ hatte viel schneller Erfolg als gedacht. Die einstige Männer-WG der beiden Tapir-Jungtieren Ketiga und Penang aus den Zoos Leipzig und Rotterdam hat sich aufgelöst. Ketiga zieht zu einer erfahrenen Dame in die Niederlande, seinen frei gewordenen Platz bezieht im Januar die einjährige Maya aus Schottland. Es ist erst ein gutes Jahr her, dass nach dem Auszug des letzten Flusspferds Mike zwei Tapire in die Wilhelma kamen und neues Leben in das umgebaute Haus brachten. Während Mike in seinem neuen Domizil im tschechischen Zoo Dvůr Králové vor kurzem bereits Vater geworden ist, war im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart mit den beiden Tapir-Jungtieren Ketiga und Penang aus den Zoos Leipzig und Rotterdam zunächst eine Männer-WG entstanden.

Das Ziel war, mittelfristig eines der Männchen gegen ein Weibchen zu tauschen, um züchten zu können. Die europäischen Zoos versuchen so, die Art zu erhalten. Denn in der Heimat der außergewöhnlichen Schabrackentapire hat sich der Bestand in den vergangenen 30 Jahren halbiert, im Erhaltungszuchtprogramm der europäischen Zoos gibt es nur rund 50 von ihnen. Die beiden jungen Männchen aus Stuttgart sollen nun mit ihren neuen Partnerinnen für Nachwuchs sorgen.

So kam es zum Wechsel

„Im Tiergarten Blijdorp ist leider Vasan, der Vater von unserem Penang, gestorben“, berichtet Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Damit die niederländischen Kollegen die Zucht fortsetzen können, haben wir ihnen Ketiga geschickt. Er ist gestern wohlbehalten angekommen. Dafür bekommt Penang bei uns ein Weibchen aus Schottland.“ Maya ist am 17. September 2017 im Zoo von Edinburgh zur Welt gekommen. „Dass dieser Wechsel möglich wird, ist eine tolle Nachricht“, sagt Kölpin, der zugleich zoologischer Kurator für die Tapire ist. „Damit erhöhen sich die Chancen, die Reservepopulation in den Zoos zu erhalten, merklich.“ 

Der Einsatz der Zoos quasi als „Arche Noah“ ist für die Schabrackentapire besonders wichtig. Denn immer mehr verdrängen Palmölplantagen die tropischen Wälder von Thailand, Burma, Malaysia und Indonesien, in denen sie leben. Der ihnen verbleibende Lebensraum zerfällt zudem in immer kleinere Gebiete. Außerdem werden Tapire bisweilen noch gejagt. Die Tapire sind trotz ihres klobigen Körpers, der 350 Kilo schwer werden kann, und des Rüssels nicht mit Schweinen verwandt, sondern stehen Pferden und Nashörnern nahe. Nur in ihrer asiatischen Unterart tragen Tapire die namensgebende Schwarzweißfärbung: vorne und hinten schwarz, in der Mitte weiß, wirkt das Tier, als ob ihm eine Pferdedecke übergeworfen wäre.

Durch den Tiertausch, der über den Jahreswechsel abgeschlossen wird, können sich die Wilhelma und der Zoo Rotterdam künftig an der Zucht der bedrohten Art beteiligen.