Stuttgart & Region

Wilhelma: Nachwuchs auf dem Schaubauernhof

1/8
Wilhelma Stuttgart Nachwuchs Schaubauernhof_0
Die Skudden haben bereits vierfachen Nachwuchs. © Alexander Roth
2/8
Wilhelma Stuttgart Nachwuchs Schaubauernhof_1
Die Skudden haben bereits vierfachen Nachwuchs. © Alexander Roth
3/8
Wilhelma Stuttgart Nachwuchs Schaubauernhof_2
Die Skudden haben bereits vierfachen Nachwuchs. © Alexander Roth
4/8
Wilhelma Stuttgart Nachwuchs Schaubauernhof_3
Die Skudden haben bereits vierfachen Nachwuchs. © Alexander Roth
5/8
Wilhelma Stuttgart Nachwuchs Schaubauernhof_4
Die Skudden haben bereits vierfachen Nachwuchs. © Alexander Roth
6/8
Nachwuchs Schaubauernhof Wilhelma Stuttgart_5
Bei den Limpurger Rindern sind zwei Kälber zur Welt gekommen. © Alexander Roth
7/8
Nachwuchs Schaubauernhof Wilhelma Stuttgart_6
Bei den Limpurger Rindern sind zwei Kälber zur Welt gekommen. © Alexander Roth
8/8
_7
Bei den Limpurger Rindern sind zwei Kälber zur Welt gekommen.

Stuttgart.
Kann es ein Schaubauernhof sein, wenn keiner zuschaut? In der Wilhelma stellen sich laut einer aktuellen Pressemitteilung zu Corona-Zeiten ungewöhnliche Fragen. Doch trotz der vorsorglichen Schließung aus Gründen des Infektionsschutzes geht im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart vieles seinen gewohnten Gang. So haben sich pünktlich zu Ostern auf dem Bauernhof Jungtiere bei den Haustierrassen eingestellt. Zwei Kälber der Limpurger Rinder kamen vor zwei Wochen zur Welt, gefolgt von vier Lämmern der Skudden.

„Und das war nur der Anfang“, sagt Revierleiter Stephan Paspalaris. „Die Afrikanischen Zwergziegen und die Kamerunschafe sind so kugelrund, dass da vor Ostern noch viel passieren muss. Wir warten jeden Tag darauf.“ Während der Auslauf der Rinder außer Sichtweite für Spaziergänger im Rosensteinpark ist, freuen sich die „Osterlämmer“ über Zaungäste.

Tiere sind verwundert, dass sie keiner mehr besucht

Bei regulärem Betrieb tummeln sich die Ziegen und Schafe vor allem im Bereich des Streichelgeheges. „Jetzt sind sie etwas verwundert, dass sie dort keiner mehr besucht“, berichtet Paspalaris. Sie langweilen sich deshalb nicht, weil der Nachwuchs sie auf Trab hält, aber sie nutzen verstärkt die gesamte Fläche bis hin zur Grenze des benachbarten Parks. So gibt es doch eine Art „Schaufenster“ für den Bauernhof.

Beide Rassen haben eine besondere Geschichte. Das Limpurger Rind gilt als die älteste heute noch lebende Rinderrasse Württembergs und trägt den Namen der früheren Grafschaft Limpurg südlich von Schwäbisch Hall. Ursprünglich war es wegen seiner Vielseitigkeit geschätzt. Das im 17. Jahrhundert aus Rotem Landvieh und Allgäuer Vieh gezüchtete Rind diente gleichermaßen als Arbeitstier wie als Lieferant von Milch und Fleisch. Maschineneinsatz und spezialisierte Züchtungen verdrängten das Limpurger Rind, das inzwischen in erster Linie noch dank der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) existiert.

Die Skudde zählt ihrerseits zu den ältesten Hausschaf-Rassen und ist selten geworden. Ihren Ursprung hatte sie in Ostpreußen und im Baltikum, wo sie aber nicht mehr anzutreffen ist. Mit einer Widerristhöhe von nur 50 bis 60 Zentimetern und 40 bis 50 Kilo Gewicht ist die Skudde die kleinste, deutsche Schafrasse. Genügsam und widerstandsfähig kommt sie mit mageren Weiden aus und findet heute Einsatz vor allem in der Landschaftspflege.