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Wilhelma Stuttgart gelingt erste Nachzucht extrem seltener Spinne

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Die Deserta-Tarantel gilt mit vier Zentimetern Körperlänge als die größte Wolfsspinne der Welt. © Wilhelma Stuttgart / Volker Harport

Erstmals ist es der Wilhelma Stuttgart gelungen, die Deserta-Tarantel (Hogna ingens) nachzuzüchten. Das gab der zoologisch-botanische Garten in einer Pressemitteilung am Freitag (15.10.) bekannt. Die Wilhelma hält die extrem seltene Spinne seit rund einem Jahr, heißt es in der Pressemitteilung.

Mit rund vier Zentimetern Körperlänge und einer Beinspannweite von bis zu zwölf Zentimetern gilt sie als die größte Wolfsspinne der Welt. Die Spinne zeichnet sich durch ihre schwarz-weiß Färbung aus.

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Deserta-Taranteln vor der Paarung. © Wilhelma Stuttgart / Volker Harport

Von Natur aus kommt die Spinnenart nur auf der unbewohnten Insel Deserta Grande vor. Diese liegt ungefähr 20 Kilometer vor der Küste der Atlantikinsel Madeira. Ihr Bestand ist in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Grund dafür sind eingeführte Ziegen und ein sich explosionsartig vermehrendes Glanzgras, die die letzten Rückzugsorte der Tarantel gefährden. Aktuell geht man davon aus, dass nur noch 4000 Exemplare dieser Tiere auf Deserta Grande leben. Für eine Spinnenart sei das sehr wenig.

Aus dem Grund wurde 2016 unter Leitung des Bristol Zoo ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Deserta-Tarantel gestartet. Dies soll sichern, dass diese Tierart nicht ausstirbt. Die Wilhelma beteiligt sich an diesem EEP seit vergangenem Jahr. „Wir bekamen insgesamt 50 Jungtiere vom Kölner Zoo, der die Art bereits seit 2019 erfolgreich pflegt und züchtet“, berichtet Revierleiter Volker Harport. „Es freut mich auch ganz persönlich, dass wir es nun geschafft haben, diese schöne und äußerst seltene Spinne nachzuzüchten.“

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Die Deserta-Tarantel trägt den Kokon immer bei sich. Und auch nach dem Schlüpfen trägt dasWeibchen die Vielzahl der Jungtiere einige Tage auf dem Rücken. © Wilhelma Stuttgart / Volker Harport

Insgesamt tummeln sich derzeit mehrere hundert Jungtiere in speziellen Aufzuchtterrarien hinter den Kulissen des Insektariums. Rund vier Monate nach der Paarung bauen die Weibchen einen Kokon, den sie bis zum Schlupf der Jungtiere mit sich tragen und auf diese Weise gut bewachen. Auch die frisch geschlüpften Jungspinnen werden einige Zeit auf dem Körper herumgetragen.

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Deserta-Tarantel (Hogna ingens). © Wilhelma Stuttgart / Volker Harport

Danach sind sie aber komplett auf sich allein gestellt. Wie alle Wolfsspinnen, jagt die Deserta-Tarantel nicht mit Hilfe eines Netzes, sondern lauert in ihren Wohnröhren ihren Opfern auf: Käfern, Tausendfüßlern und sogar kleinen Eidechsen. Schon kurze Zeit, nachdem sie geschlüpft sind, leben die Spinnen räuberisch: „Das ist auch der Grund, warum wir die Tiere einzeln halten müssen. Denn sonst würden sie sich gegenseitig auffressen“, weiß Spinnenexperte Harport.