Stuttgart & Region

Wilhelma Stuttgart: Nach langer Zeit wieder Nachwuchs bei den Schneeeulen

1/2
Nachwuchs bei den Schneeeulen
Mit vier Wochen haben die Küken der Schneeeulen ein aschgraues Dunenkleid, aber bereits die typisch bernsteinfarbenen Augen. © Wilhelma Stuttgart
2/2
Nachwuchs bei den Schneeeulen
Bei den Schneeeulen nahm das Weibchen „Snow“ die drei Küken unter ihre Fittiche, während sich das Männchen „Olaf“ um die Futterbeschaffung kümmerte. © Wilhelma Stuttgart

Nach 14 Jahren Pause sind bei den Schneeeulen der Wilhelma Stuttgart drei Küken geschlüpft. Das teilte der Zoologisch-Botanischen Garten am Mittwoch (17.08.) mit.

Schneeeulen beliebt bei Patenschaften in der Wilhelma

Da in Stuttgart selten Schnee liegt, sind die Schneeeulen in ihrer Voliere immer leicht zu entdecken – im Gegensatz zu den anderen meist braun gefärbten Greifvögeln, wie ihre Nachbarn: die Seeadler und Uhus. In der Beliebtheitsskala der Patenschaften für Wilhelma-Tiere liegen Schneeeulen weit oben: hinter den Erdmännchen und Pinguinen gleich auf Platz drei.

Der Mitte Juli geschlüpfte Nachwuchs blieb von den Gästen bisher weitgehend unbemerkt. Erst mit vier Wochen sind die Küken jetzt so eigenständig unterwegs, dass sie einzeln gut auszumachen sind. Anfangs hat die Eulenmutter „Snow“ das Trio unter ihre Fittiche genommen. Sie blieb ständig bei ihrer Brut, wärmte sie in der Nestmulde und schirmte sie vor Blicken ab. Zur Tarnung zieren dabei das weiße Gefieder der Bodenbrüterin viele schwarzbraune Bänder, damit sie zwischen Zweigen, Blättern und Erde weniger auffällt. Das Männchen „Olaf“ trägt dagegen, der in normalerweise arktischer Umgebung auf Beutefang geht, ein fast schneeweißes Kleid mit wenigen dunklen Einsprengseln.

In ihren Brutgebieten, die nördlich der Baumgrenze größtenteils in Alaska, Kanada, Grönland, Skandinavien und Russland liegen, jagen sie vor allem Lemminge und Schneehasen. Als Besonderheit unter Eulen tun sie dies auch tagsüber: zwangsläufig, denn nördlich des Polarkreises wird es in ihrer Brutzeit im Sommer nicht dunkel.

Aus drei von fünf Eiern Küken geschlüpft

Die Art leidet unter dem Klimawandel, weil der Permafrost des Bodens in der Tundra auftaut und das ganze Ökosystem ihrer Brutgebiete verändert. Seit 2017 stehen Schneeeulen daher auf der Roten Liste: Den sinkenden Bestand von schätzungsweise nur noch 14.000 bis 25.000 Vögeln in der Natur stuft die Weltnaturschutzunion IUCN als „gefährdet“ ein. In Zoos sind sie dagegen relativ gut vertreten. Wie viele Eier ein Gelege enthält, hängt von der Verfügbarkeit von Futter ab. Snow wechselte 2009 aus dem Erlebniszoo Hannover nach Stuttgart. Sie hatte in den Vorjahren schon öfter Eier gelegt, aus denen aber nie etwas wurde. Daher stand Olaf, der 2015 aus dem Zoo Hoyerswerda hinzukam, im Verdacht, die Eier nicht befruchtet zu haben. Nach rund einem Monat schlüpften aus drei von fünf Eiern Küken. 

Wer nach den Küken Ausschau hält, darf nicht nach weißen Schwingen gucken. Ihr kurzes Dunenkleid ist jetzt aschgrau. Zwar wagen sich die Nesthocker mittlerweile von ihrer Mutter fort, doch die drei noch flugunfähigen Küken sind dabei noch etwas unbeholfen unterwegs.