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Zu Rettungseinsatz in Sindelfingen gerufen: Polizei findet mehrere Waffen

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Symbolfoto. © Gaby Schneider

Bei einem Rettungseinsatz am Montagabend (25.10.) haben Polizeibeamte in einer Wohnung in Sindelfingen mehrere Waffen entdeckt.

Vorausgegangen war ein Notruf eines 40-Jährigen. Der Mann hatte den Rettungsdienst alarmiert, weil er unter Atemnot litt. Als die Besatzung des Rettungswagens gegen 20 Uhr die Wohnung des 40-Jährigen betrat, entdeckte sie eine Schusswaffe auf dem Wohnzimmertisch. Die Rettungskräfte brachten den Mann vor das Wohnhaus. Während sie ihn dort behandelten, verständigten sie die Polizei.

Vermutlich Gaspatrone abgefeuert

Als eine 24-jährige Polizistin und ihr 25 Jahre alter Kollege die Wohnung betraten, traten bei beiden sofort Atembeschwerden auf. Ähnlich erging es auch einem Rettungssanitäter. Die Polizei vermutet, dass der 40-Jährige vor dem Eintreffen der Rettungskräfte mit der Schusswaffe eine Gaspatrone abgefeuert hat. Zu seinem eigenen Gesundheitszustand befragt, habe der Mann angegeben, dass er Methylalkohol getrunken habe und sich in einem psychischen Ausnahmezustand befinde.

Als die Beamten den 40-Jährigen festnehmen wollten, soll er angefangen haben, die anwesenden Beamten zu beleidigen und sich vehement gegen die Festnahmen zu wehren.

Beamten finden Schreckschusswaffe, Axt, Armbrust, Luftgewehr und Steinschlosspistole

Zur weiteren Abklärung des Vorfalls entnahm die Freiwillige Feuerwehr Sindelfingen in der Wohnung des 40-Jährigen eine Luftprobe. Nachdem die Räume belüftet worden waren und wieder betreten werden konnten, durchsuchte die Polizei die Wohnung. Dabei fanden Beamte neben der Schreckschusswaffe auf dem Wohnzimmertisch, eine Axt, eine Armbrust, ein Luftgewehr und eine Steinschlosspistole. Sie beschlagnahmten die Waffen.

Der 40-Jährige wurde aufgrund seines psychischen Zustandes in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Er hatte einen Atemalkoholgehalt über zwei Promille.

Die beiden Polizeibeamten, die bei dem Einsatz verletzten worden waren, und der Rettungssanitäter mussten zur Untersuchung in Krankenhäuser gebracht werden. Alle drei konnten ihren Dienst nicht weiter fortsetzen. Gegen den 40-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Beleidigung ermittelt. Die Polizei muss nun klären, ob es zu waffenrechtlichen Verstößen gekommen ist.

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