Stuttgart & Region

Zwergflusspferd Hannibal mit 50 Jahren gestorben

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Zwergflusspferd Hannibal sonnt sich im Außengehege. © Sarah Utz
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Zwergflusspferd Hannibal sonnt sich im Außengehege. © Sarah Utz
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Hannibal im Wasserbecken des Flusspferdhauses. © Sarah Utz
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Hannibal im Wasserbecken des Flusspferdhauses. © Sarah Utz
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Hannibal mit Kuchen zu seinem 50. Geburtstag. © Sarah Utz
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Hannibal mit Kuchen zu seinem 50. Geburtstag. © Sarah Utz

Stuttgart.
Vor genau sechs Wochen machte er noch einmal bundesweit Furore: Zu seinem 50. Geburtstag berichteten Nachrichtensendungen und Zeitungen von seinem biblischen Altersweltrekord. Zwergflusspferd Hannibal war - laut Wilhelma - das älteste bekannte Tier seiner Art. Gestern ist Zwergflusspferd Hannibal in der Wilhelma in Stuttgart für immer eingeschlafen.

Die Obduktion ergab, dass die Altersschwäche letztlich ihren Tribut gefordert hat. Hannibal war am 19. Oktober 1966 in Kopenhagen geboren worden und 1967 in Stuttgarter Wilhema gekommen. Verglichen mit den Altersrekorden beim Menschen könnte man Hannibal auf 140 Menschenjahre schätzen. „Hannibal war ein echtes Wilhelma-Original. Es ist traurig, dass er nicht mehr lebt, aber natürlich mussten wir damit rechnen, dass auch ihn die Zeit irgendwann einholt“, sagte Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Es war eine Freude und Ehre, dieses absolut bemerkenswerte Tier bei uns zu haben. Mein Dank gilt den Tierpflegern, die Hannibal über die fünf Jahrzehnte betreut und fit gehalten haben, und den Tierärzten, die ihm bei Krankheiten und Verletzungen auf die Beine geholfen haben.“

Hannibal war auch hochbetagt noch mobil und munter. Nachdem er im vergangenen Sommer etwas gekränkelt hatte, konnte er seinen runden Geburtstag, der mit einer Feierstunde vor einer Heerschar von Journalisten und Besuchern begangen wurde, in vollen Zügen genießen. Während der Methusalem sich im Außengehege gerne sonnte, lag er im Flusspferdhaus mit Vorliebe in dem Becken mit gewärmten Cannstatter Mineralwasser.

Dort wurde er auch am Mittwoch leblos gefunden. Wegen seiner kleinen Statur hielten manche Besucher Hannibal Zeit seines langen Lebens für ein Baby-Flusspferd. Dabei waren das Backenbärtchen an seiner großen runden Schnauze und die Haarbüschel an seinen kleinen Ohren längst ergraut. Aber selbst ausgewachsen war er nur ein Viertel so groß wie die massigen Hippos direkt nebenan. Mit seiner Partnerin Nelli hatte er sechs Mal Nachwuchs bekommen. Seit Nellis Tod 1995 kam Hannibal als Einzelgänger jedoch auch allein sehr gut zurecht.

Zwergflusspferde, die aus dem Dickicht des Dschungels in Westafrika stammen, wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Wegen der Abholzung der Wälder, Jagd und Kriegsfolgen leben im Freiland höchstens noch 3000 Tiere. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm wird vom Zoo Basel koordiniert. Weltweit halten aktuell 140 Zoos rund 370 Zwergflusspferde.