TVB Stuttgart

Ein sogenanntes Vier-Punkte-Spiel für den TVB Stuttgart gegen den Vorletzten Minden

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Ivan Sliskovic (mit Ball, gegen die Leipziger Simon Ernst und Viggó Kristjánsson) kehrt gegen GWD Minden wieder in den Kader des TVB Stuttgart zurück und wird in der Defensive wie in der Offensive für Entlastung sorgen. © Ralph Steinemann Pressefoto

An diesem Donnerstag kämpft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Costa Rica um den Einzug ins WM-Achtelfinale. Zwei Stunden davor steht für den Handball-Erstligisten TVB Stuttgart in der Porsche-Arena (18.05 Uhr) eine eminent wichtige Partie auf dem Programm: Bei einer Niederlage gegen den wiedererstarkten Tabellenvorletzten GWD Minden könnte der TVB auf einen Abstiegsrang rutschen.

Michael Schweikardt ist kein Freund davon, die Bedeutung von Spielen zu hoch zu hängen. Vor allem, wenn danach noch 19 Partien anstehen. Aber natürlich kann auch der Trainer des TVB Stuttgart die Tabelle lesen. Die Faktenlage ist klar: Verliert der TVB auch sein fünftes Spiel hintereinander und bezwingt im Parallelspiel FA Göppingen den HSV Hamburg, steht er – punktgleich mit dem Gegner – auf dem vorletzten Platz in der Tabelle. Bei einem Sieg hielten die Stuttgarter die Mindener mit vier Zählern auf Distanz.

Minden trumpft nach einem miserablen Saisonstart auf

Vor ein paar Wochen noch hatte sich eine derartige Konstellation nicht angedeutet: Mit neun Niederlagen war das Team von Trainer Frank Carstens in die Saison gestartet, manch einer stempelte Minden bereits als sicheren Absteiger ab. Der ebenfalls schwach gestartete TVB Stuttgart (0:10 Punkte) dagegen hatte sich nach dem Trainerwechsel berappelt und 6:2 Punkte gesammelt. Mittlerweile indes haben sich Minden und Stuttgart angenähert – leistungsmäßig und in der Punktausbeute. Das erste dicke Ausrufezeichen setzte GWD mit dem 32:27-Sieg gegen die Füchse Berlin – es war die einzige Niederlage des Tabellenführers. Es folgten der 29:26-Auswärtssieg gegen FA Göppingen und zuletzt das fulminante 32:23 gegen den Abstiegskonkurrenten ASV Hamm-Westfalen.

Zwei Nachverpflichtungen beim Gegner

Für Michael Schweikardt kommt der Aufschwung des Gegners nicht überraschend, er sei mit der einen oder anderen Personalie begründbar. Zum einen habe sich GWD im linken und rechten Rückraum im Laufe der Saison klug verstärkt. Von den Rhein-Neckar Löwen liehen die Mindener den wurfgewaltigen, 2,03 Meter großen Philipp Ahouansou aus. Der 21-Jährige bekam bei den Löwen wenig Einsatzzeit und blüht nun auf. Zuvor schon hatte Minden den Kroaten Luka Sebetic (28) vom ukrainischen Erstligisten HC Motor Zaporizhzhia unter Vertrag genommen. Zudem hatte Minden verletzungsbedingt lange Zeit auf einen seiner wichtigsten Akteure verzichten müssen: Der tunesische Nationalspieler Mohamed Amine Darmoul ist Dreh- und Angelpunkt. Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie Egon Hanusz, sucht das Eins gegen eins und setzt seine Mitspieler klug in Szene. Stützen in der Defensive sind der Torhüter Malte Semisch sowie die Routiniers Niclas Pieczkowski und Maximilian Janke. Einen personellen Engpass hat Minden auf der Kreisläuferposition: Nach Carles Asensio Cambras fällt nun auch Justus Richtzenhain mit einer schweren Knieverletzung lange aus.

„Minden spielt einen guten Ball“, sagt Michael Schweikardt. Es sei eine der vielen Mannschaften in der ausgeglichenen ersten Liga, die auf einem ähnlichen Niveau spielten. „Wir brauchen mindestens so eine Leistung wie in Flensburg.“ Allerdings über einen längeren Zeitraum als 40 Minuten. Nach der Vier-Tore-Führung vor der Pause unterlag der TVB mit 25:29. „Wir dürfen uns keine längere Schwächephase erlauben“, so Schweikardt. Die Art und Weise indes, wie seine Mannschaft in Flensburg aufgetreten sei, habe ihm gefallen.

Das Spiel gegen Minden sei zweifellos wichtig, aber kein Finale. „Ein Erfolgserlebnis nach vier Niederlagen würde uns sehr gut tun.“ Und mit dann vier Punkten Abstand zum Abstiegsplatz könnte der TVB etwas beruhigter in die letzten drei Spiele in diesem Jahr gegen Hannover, Hamburg und Erlangen gehen. „Wir sind hundertprozentig vorbereitet und werden alles reinhauen.“

Bis auf den Langzeitverletzten Oscar Bergendahl hat Schweikardt seinen gesamten Kader beisammen. Ivan Sliskovic, der in Flensburg wegen einer Nasennebenhöhlenentzündung fehlte, wird zurückkehren. Das ist eine sehr gute Nachricht für den Coach, der dadurch den beiden in der Defensive zuletzt ziemlich geforderten Samuel Röthlisberger und Fynn Nicolaus die eine oder andere Ruhepause gönnen kann.

An diesem Donnerstag kämpft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Costa Rica um den Einzug ins WM-Achtelfinale. Zwei Stunden davor steht für den Handball-Erstligisten TVB Stuttgart in der Porsche-Arena (18.05 Uhr) eine eminent wichtige Partie auf dem Programm: Bei einer Niederlage gegen den wiedererstarkten Tabellenvorletzten GWD Minden könnte der TVB auf einen Abstiegsrang rutschen.

Michael Schweikardt ist kein Freund davon, die Bedeutung von Spielen zu hoch zu hängen. Vor

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