TVB Stuttgart

Furioser Heinevetter führt den TVB Stuttgart zum dritten Saisonsieg

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Der TVB-Keeper Silvio Heinevetter, hier gegen den Ex-Bittenfelder Tim Wieling (links Samuel Röthlisberger, rechts Adam Lönn), trieb die Werfer des ASV Hamm-Westfalen mit 25 Paraden fast in den Wahnsinn. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der dritte Saisonsieg des Handball-Erstligisten TVB Stuttgart ist ein immens wichtiger gewesen. Vor 4133 Fans in der Stuttgarter Porsche-Arena bezwang der TVB den ASV Hamm-Westfalen mit 29:20 (15:9) und legte vier Punkte zwischen sich und den Abstiegsrängen. Garant des Erfolgs war die starke TVB-Abwehr im Zusammenspiel mit Silvio Heinevetter. Der Bittenfelder Torhüter ließ die Hammer Werfer mit 25 Paraden verzweifeln. Überschattet wurde der Sieg von der – wahrscheinlich schweren – Verletzung von Oscar Bergendahl.

Bergendahl muss in Kabine geführt werden

Die Stimmung ist prächtig gewesen in der Porsche-Arena, in der 24. Minute jedoch wurde es still. Weil die Gäste über ihre Rückraumschützen nicht zum Erfolg kamen, versuchten sie es immer wieder über den Kreis. Der schwedische Abwehrstratege Bergendahl versuchte den Hammer Kreisläufer Stefan Bauer zu stoppen. Der 120-Kilogramm-Koloss fiel unglücklich auf das Knie von Bergendahl – der blieb liegen und musste in die Kabine geführt werden. An diesem Montag wird der Bergendahl genauer untersucht. Die Ärzte gehen von einen Bandverletzung aus. Selbst ein Kreuzbandriss kann nicht ausgeschlossen werden. Der bedeutete das Saisonaus.

11:9 führte der TVB bis zu diesem Zwischenfall. Er war gut ins Spiel gekommen, stand kompakt in der Deckung und agierte variabel im Angriff. Der Aufsteiger hatte große Probleme mit dem beweglichen Spielmacher Egon Hanusz, der immer wieder Bergendahl am Kreis suchte. Für das 9:5 sorgte der Mann des Tages höchstpersönlich: Heinevetter beförderte – in Keglermanier – den Ball zum 9:5 ins leere Gästetor.

Jerome Müller kommt in Fahrt

Anschließend indes übertrieb das Heimteam die Kreisanspiele, immer wieder landeten die Pässe beim Gegner. Mit einem 3:0-Lauf zum 10:9 war der Aufsteiger wieder in der Partie (21.). Dass es nicht noch enger wurde, lag an Heinevetter: Bis zu Bergendahls Verletzung hatte er schon zehn Paraden auf dem Zettel.

Der TVB fand die Konzentration wieder und legte in den letzten sechs Minuten bis zur Pause einen Zwischenspurt mit fünf Toren in Folge zum 15:9 ein. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Linkshänder Jerome Müller, der ein ebenso starkes Spiel machte wie Fynn Nicolaus. Der Youngster ackerte in der Defensive und setzte auch am Kreis Akzente. Und Heinevetter? Der stapfte mit einer Weltklasse-Quote von unglaublichen 59 Prozent gehaltener Bälle in die Kabine.

Im zweiten Spielabschnitt versuchte der Hammer Trainer Michael Lerscht, den Spielfluss des TVB mit einer offensiveren Abwehr zu stören. An der Spitze agierte Alexander Schulze. Der Ex-Bittenfelder erledigte diese Aufgabe sehr gut und zeigte auch auf Linksaußen – wie Tim Wieling auf der anderen Seite – eine prima Leistung.

Häfner bringt frischen Wind

Der TVB fand jedoch auch gegen die neue Defensivformation Lösungen, hielt den Gegner bei vier bis sechs Toren Abstand. Von der 40. Minute an tat sich das Heimspiel aber schwerer gegen den nie aufsteckenden und aggressiv verteidigenden Aufsteiger, rannte sich immer häufiger fest. Andreas Bornemann verkürzte auf 17:20 (46.). Der TVB-Trainer Michael Schweikardt wechselte Max Häfner für den etwas müde wirkenden Hanusz ein – mit Erfolg. Jorge Serrano und ein Doppelschlag von Müller zum 23:17 brachten wieder mehr Sicherheit ins Spiel.

Und wenn vorne etwas nicht funktionierte, bügelte der furiose Heinevetter die Fehler aus. Häfners Treffer zum 25:18 bedeutete sechs Minuten vor den Ende die Entscheidung. Am Ende stand der verdiente 29:20-Sieg, der um zwei oder drei Tore zu hoch ausfiel. Ach ja, die finale Aktion des Spiels gehörte wieder Heinevetter, der mit seiner 25 Rettungstat den 21. Treffer der Gäste verhinderte.

Mit diesem Sieg kletterte der TVB vom drittletzten auf den elften Rang. Weiter geht’s am kommenden Donnerstag (19.05 Uhr) mit dem Derby bei FA Göppingen.

TVB Stuttgart: Heinevetter (1), Vujovic; Häfner (2), Serrano (2), Hanusz (3), Schöttle (1), Lönn, Röthlisberger , Wissmann, Nicolaus (3), Forstbauer (2), Zieker (2/1), Müller (6), Pfattheicher (4/2), Bergendahl (2), Sliskovic (1).

ASV Hamm-Westfalen: Hertlein, Boszic; Huesmann (2/1), Patrail, Bratzke, Schulze (4), Pretzewofsky, Bornemann (3), Orlowski (2), Savvas (4/1), von Boenigk (1), Wieling (3), Bauer (1).

Der dritte Saisonsieg des Handball-Erstligisten TVB Stuttgart ist ein immens wichtiger gewesen. Vor 4133 Fans in der Stuttgarter Porsche-Arena bezwang der TVB den ASV Hamm-Westfalen mit 29:20 (15:9) und legte vier Punkte zwischen sich und den Abstiegsrängen. Garant des Erfolgs war die starke TVB-Abwehr im Zusammenspiel mit Silvio Heinevetter. Der Bittenfelder Torhüter ließ die Hammer Werfer mit 25 Paraden verzweifeln. Überschattet wurde der Sieg von der – wahrscheinlich schweren – Verletzung

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