VfB Stuttgart

Unglückliche 1:0-Niederlage zum Jahresabschluss: Der VfB verliert beim VfL Wolfsburg

Fußball Bundesliga  VfL Wolfsburg vs. VfB Stuttgart
VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez musste bei der knappen 1:0-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg ordentlich einstecken. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart verabschiedet sich nach einem turbulenten Bundesliga-Jahr 2020 mit einer Niederlage in die Winterpause. Gegen den Corona-geschwächten VfL Wolfsburg unterlag das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo unglücklich mit 1:0 und musste die erste Auswärts-Niederlage in der laufenden Bundesliga-Saison einstecken. "Ich glaube, es war unterm Strich ein Spiel auf Augenhöhe. Wir haben unsere Chance gehabt, sie aber nicht genutzt", so der VfB-Coach beim TV-Sender Sky.

Während die Wölfe durch einen doppelt abgefälschten Freistoß von Josip Brekalo kurios zur Führung trafen (50.), belohnten sich die Schwaben nach einer klaren Leistungssteigerung in Halbzeit zwei nicht. Mehrere Chancen ließen die Stuttgarte, allen voran Stürmer Nicolas Gonzalez, liegen, um wenigstens einen Zähler aus Wolfsburg mitzunehmen. Damit überwintert der VfB mit 18 Zählern auf dem siebten Tabellenplatz.

Wolfsburger Arnold und Roussillon vor der Partie positiv gestestet

Die Wolfsburger gaben erst knapp zwei Stunden vor dem Anpfiff bekannt, dass sich gleich fünf Spieler schon am Vortag in Quarantäne begeben hatten. Maximilian Arnold und Jerome Roussillon wurden positiv auf das Coronavirus getestet, Maximilian Philipp, Xaver Schlager und Tim Siersleben als unmittelbare Kontaktpersonen eingestuft. Das Trio begab sich nach Absprache mit dem Gesundheitsamt vorsorglich in die häusliche Isolation.

Trainer Oliver Glasner kann sich diese Häufung von Corona-Fällen beim VfL nicht erklären. «Wir haben hier ein strenges Hygienekonzept. Wir testen sehr viel und die Spieler halten sich auch sehr engmaschig daran», sagte er in einem Sky-Interview. In den vergangenen Wochen und Monaten waren bereits die Spieler Kevin Mbabu, Josip Brekalo, Renato Steffen und Marin Pongracic positiv getestet worden.

Als Reaktion auf die vielen Ausfälle musste Glasner vor allem im zentralen Mittelfeld alles aufbieten, was sein 29-köpfiger Kader noch an Alternativen hergab. Kapitän Josuha Guilavogui und der frühere U21-Nationalspieler Yannick Gerhardt ersetzten das Wolfsburger Kraftzentrum Arnold/Schlager. Der 19 Jahre alte Pole Bartosz Bialek kam als hängende Spitze zu seinem Startelfdebüt.

Wolfsburg erwischte den besseren Start

Trotz dieser Schwächung spielte sich der VfL zu Beginn gleich mehrere klare Chancen heraus. Ein Kopfball von Maxence Lacroix flog schon in der 1. Minute nur knapp über das Tor. Auf der anderen Seite kam es in der 9. Spielminute zu einer kniffligen Situation für den nicht immer souverän auftretenden Schiedsrichter Badstübner, als VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez im Strafraum von Ridle Baku umgerempelt wurde. Der Referee ließ gegen die Proteste der Stuttgarter weiterlaufen.

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Danach übernahm der VfL wieder die Kontrolle, Yannick Gerhardt kam in der zwölften Minute zu einer Doppelchance: Seinen ersten Versuch wehrte Torwart Gregor Kobel stark ab. Beim zweiten traf er nur den Außenpfosten. Die beste Möglichkeit vergab aber ausgerechnet Torjäger Wout Weghorst, als er frei vor Kobel zum Schuss kam. Trotz dieses Chancenplus' merkte man dem Wolfsburger Spiel besonders das Fehlen von Arnold, Schlager und Philipp an. Denn mit diesem Trio ging im Zentrum viel an Dynamik und Vorwärtsdrang verloren.

Genau das ist wiederum die Stärke des jungen VfB, vor der VfL-Coach Glasner vor dem Spiel so viel Respekt hatte. Doch aus seinen Tempovorteilen machte der Aufsteiger an diesem Abend zu wenig. Nur in der 24. Minute war Silas Wamangituka nach einem schönen Pass des früheren Wolfsburgers Daniel Didavi nicht mehr zu halten. Sein Schuss verfehlte das Tor nur knapp.

Kurioser Freistoß führt zum 1:0-Siegtreffer

Das Auslassen solcher Kontersituationen rächte sich dann kurz nach der Pause bei Brekalos Freistoß. Sowohl Orel Mangala als auch Silas Wamangituka fälschten den Freistoß unhaltbar für Gregor Kobel ab (50.). Allerdings blieb der Kroate nur vier Minuten später nach einem Zweikampf auf dem Rasen liegen und musste ausgewechselt werden. 

Auch deshalb ging dem VfL zusehends die Kraft aus. Abgesehen von einer Großchancen für Daniel Gincezk (74.) dominierte Stuttgart die letzte halbe Stunde und hätte den Ausgleich auch erzielen müssen: Denn Nicolas Gonzalez stand nach einem Querpass von Roberto Massimo beinahe vor dem leeren Tor, traf den Ball aber nicht richtig (70.).

Und so konnten sich die Stuttgarter nach einer klaren Leistungssteigerung wieder einmal nicht mit einem Treffer belohnen und standen am Ende mit leeren Händen da. Eines ist aber klar: Auch die Niederlage in Wolfsburg kann über die bisher starke Hinrunde des Aufsteigers nicht hinwegtäuschen.

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 1:0 (0:0)

Wolfsburg: Casteels - Paulo Otavio, Pongracic (Brooks 73.), Lacroix, Steffen - Guilavogui, Gerhardt - Brekalo (60. Mbabu), Ridle Baku (87. Victor) - Bialek (Ginczek 73.), Weghorst

Stuttgart: Kobel - Stenzel (Kalajdzic 73.), Anton, Kempf - Sosa (81. Castro), Mangala, Didavi (81. Klement), Endo, Wamangituka (60. Klimowicz) - Coulibaly (60. Massimo) - Gonzalez

Tore: 1:0 Brekalo (50.)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: -

Gelbe Karten: Steffen (76.), Gerhardt (90.+2) - Gonzalez (20.), Anton (48.), Mangala (86.)