VfB Stuttgart

0:0 gegen den VfL Bochum: Der VfB verpasst den erhofften Befreiungsschlag

Fußball VfL Bochum 1848 vs. VfB Stuttgart
Tanguy Coulibaly und der VfB Stuttgart trafen im Ruhrgebiet auf aggressive Bochumer. Am Ende stand ein umkämpftes 0:0 zu Buche. © Pressefoto Baumann

In einer umkämpften und teilweise chaotischen Partie trennen sich der VfB Stuttgart und der VfL Bochum mit einem 0:0-Unentschieden. Während die Hausherren in Hälfte eins den Ton angaben, waren die Schwaben in der zweiten Halbzeit die aktivere und griffigere Mannschaft. Nach umkämpften 94 Minuten konnte keines der beiden Teams mit dem Punktgewinn zufrieden sein. Durch das Unentschieden verpassen die Stuttgarter den lang ersehnten Befreiungsschlag und stehen nun mit fünf Punkten nach sechs Spieltagen auf Tabellenplatz 13. 

Taktische Änderung vor dem Spiel: VfB ohne Kempf und mit Vierer-Kette

Der VfB Stuttgart stand vor dem Auswärtsspiel beim VfL Bochum gehörig unter Druck. Nach schwachen Auftritten gegen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen rief Trainer Pellegrino Matarazzo das Duell mit dem Aufsteiger als "Schlüsselspiel" aus. Es sei die letzten Wochen "nicht alles rosig gewesen", es sei "Sand im Getriebe", so der Coach.

Er erwarte gegen die Bochumer eine Reaktion, zudem stellte er seiner Mannschaft öffentlich die Charakterfrage. Ungewöhnlich deutliche Worte, denn: In dieser Art und Weise hatte der 43-Jährige seine Mannschaft bisher noch nicht kritisiert. Neben dem verschärften Ton änderte Pellegrino Matarazzo auch seine taktische Herangehensweise: Statt mit gewohnter Dreier-Kette traten die Schwaben mit einer Vierer-Kette im Ruhrstadion an, für Marc Oliver Kempf blieb nur ein Platz auf der Bank.

VfL-Gegenpressing wirkt: VfB wirkt überfordert und ohne Struktur

Trotz der taktischen Umstellung änderte sich zu Beginn der Partie nichts am Bild der vergangenen Wochen. Die Schwaben wurden vom VfL früh angelaufen und fanden keine Lösung für das aggressive Gegenpressing. Anstatt das Spiel sauber von hinten aufzubauen, blieb oft nur der hektische Befreiungsschlag nach vorne – und der Ball war weg. Außerdem verstrickten die Bochumer Orel Mangala und Co. in viele Zweikämpfe, die die Hausherren meist für sich gewinnen konnten.

So entwickelte sich ein hektisches und fahriges Spiel in Halbzeit eins, dass die Bochumer klar unter Kontrolle hatten. Die Stuttgarter hatten weder eine wirklich nennenswerte Chance noch einen generell sauber herausgespielten Angriff auf der Haben-Seite. Das ernüchternde Fazit nach den ersten 45 Minuten: Von einer offensiven Struktur und einer Reaktion, die Pellegrino Matarazzo von seiner Elf forderte, war nichts zu sehen. Gut war nur, dass es zur Halbzeit noch 0:0 stand.

VfB kommt wach aus der Kabine - Führung wird aberkannt

Folgerichtig reagierte Pellegrino Matarazzo auf den erneut schwachen Auftritt seiner Mannschaft und brachte für die zweite Halbzeit Chris Führich und Erik Thommy. In der Kabine muss der Trainer wohl die richtigen Worte gefunden haben, denn der VfB kam mit einem anderen Gesicht aus der Pause. Die Schwaben agierten bissiger, griffiger und ballsicherer – und belohnten sich in der 55. Minute mit der Führung durch Konstantinos Mavropanos. Einziger Haken: Der Grieche stoppte den Ball vor dem Treffer mit dem Oberarm, das Tor wurde zu Recht aberkannt.

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Das änderte aber nichts daran, dass die Gäste nun deutlich besser im Spiel waren. Das lag vor allem an Chris Führich, der in seiner ersten Bundesliga-Partie für Tiefe und Schnelligkeit sorgte. Eine richtige Torchance konnten sich die Stuttgarter aber in der Folge nicht mehr herausspielen. So entwickelte sich in der Schlussphase ein offener Schlagabtausch, beide Teams schmissen nochmal alles in die Waagschale. Am Ende blieb es aber bei einem umkämpften Unentschieden.

VfL Bochum - VfB Stuttgart 0:0 (0:0)

Bochum: Riemann - Bockhorn, Kotchap, Masovic, Soares - Losilla (84. Stafylidis), Rexhbecaj - Antwi-Adjei (71. Asano), Löwen (78. Tesche), Holtmann (84. Blum) - Polter

Stuttgart: Müller - Karazor, Anton, Mavropanos (85. Kempf) - Coulibaly (85. Massimo), Mangala (85. Didavi), Endo, Marmoush, Sosa - Klimowicz (46. Thommy) - Al Ghaddioui (46. Führich)

Tore: -

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries)

Zuschauer: 15.500

Gelbe Karten: Kotchap (39.), Masovic (75.) / Sosa (14.), Klimowicz (19.), Al Ghaddioui (43.), Endo (57.), Coulibaly (63.)