VfB Stuttgart

0:4-Klatsche bei Bayern München: Lehrstunde für den VfB in der Allianz Arena

Fußball FC Bayern München vs. VfB Stuttgart
Chancenlos beim Rekordmeister: In München gab's für den VfB Stuttgart nichts zu holen. © Pressefoto Baumann

Sieben Wochen hat Pellegrino Matarazzo einst unter dem damaligen Bayern-Trainer Pep Guardiola hospitiert. Als Praktikant sammelte der junge Fußballehrer an der Säbener Straße wichtige Erfahrungen für seine weitere Trainerlaufbahn, die ihn schließlich für seine erste Cheftrainerstation im Profigeschäft zum VfB Stuttgart führen sollte. Und in München bekamen Matarazzo und seine Rasselbande am Samstag (20.03.) eine Lehrstunde erteilt. 

Qualität schlägt Quantität

Trotz einer gut 80-minütigen Überzahl gingen die Schwaben in der Allianz Arena mit 0:4 (0:4) baden. Die Offensiv-Maschinerie des Rekordmeisters zerlegte die VfB-Defensive selbst mit einem Mann weniger auf dem Feld phasenweise in ihre Einzelteile. „Es ist beeindruckend, was die Bayern in Unterzahl spielen“, lobte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger in der Halbzeitpause. 

Zwar hatte der Aufsteiger in der Anfangsphase mit einem beherzten und dominanten Auftritt beeindruckt, doch nach dem Platzverweis für Bayern-Verteidiger Alphonso Davies (12.) ging beim VfB auf einmal kaum noch etwas zusammen. Stattdessen gerieten die Stuttgarter innerhalb von nur sechs Minuten mit 0:3 in Rückstand. Qualität schlägt Quantität.

Wamangituka verletzt ausgewechselt

Als Weltfußballer Robert Lewandowski kurz vor der Halbzeitpause mit seinem 35. Saisontor (!) das 4:0 erzielte, war die Partie bereits entschieden. Die Münchner Offensiv-Maschinerie demonstrierte einmal mehr ihre beeindruckende Schlagkraft. „Irgendwas über Weltklasse“, umschrieb Ex-Profi Hitzlsperger die aktuelle Form des Polen. Und als wären die vier schallenden Ohrfeigen für den VfB in Halbzeit eins noch nicht genug gewesen, musste auch noch Stürmer Silas Wamangituka verletzt ausgewechselt werden (35.). „Der erste Verdachtsmoment ist eine schwere Knieverletzung“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat nach dem Abpfiff.

In Durchgang zwei verlegte sich der VfB schließlich auf Schadensbegrenzung, die Bayern schonten ihre Kräfte für den Saisonendspurt. Lewandowski lies sogar noch einige gute Torchancen ungenutzt. Der Uralt-Rekord von „Bomber“ Gerd Müller (40 Tore in einer Spielzeit) wackelt bedenklich - und wird diese Jahr wohl fallen.

Startelf-Premiere für Youngster Naouirou Ahamada

Seine erste Elf hatte Trainer Matarazzo im Vergleich zum Sieg gegen Hoffenheim auf zwei Positionen verändert: Für Philipp Förster (Bank) rückte Tanguy Coulibaly in die Anfangsformation und Youngster Naouirou Ahamada feierte seine Startelf-Premiere. Der 18 Jahre alte Franzose ersetzte den verletzten Orel Mangala (Muskelfaserriss). „Er hat sich das Vertrauen erarbeitet“, begründete Matarazzo die Entscheidung für das Talent, das im Zentrum allerdings häufig auf verlorenem Posten stand.

Bei den Bayern hatte es gegenüber dem 2:1 gegen Lazio Rom in der Champions League drei Wechsel gegeben: Neuer, Süle und Davies spielten für Nübel, Coman und Kimmich.

FC Bayern München - VfB Stuttgart 4:0 (4:0)

München: Neuer - Davies, Boateng, Süle, Pavarad - Goretzka, Alaba - Gnabry (60. Coman), Müller (83. Martinez), Sane (83. Musiala) - Lewandowski (70. Choupo-Moting)

Stuttgart: Kobel - Kempf, Anton, Mavropanos - Sosa (46. Gonzalez), Ahamada (46. Förster), Endo (77. Karazor), Wamangituka (35. Klimowicz) - Coulibaly, Kalajdzic, Castro (77. Didavi)

Tore: 1:0 Lewandowski (17.), 2:0 Gnabry (22.), 3:0 Lewandowski (24.), 4:0 Lewandowski (39.)

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)

Zuschauer: -

Gelbe Karten: Boateng (37.) / Castro (61.), Kempf (86.)

Rote Karte: Davies (12./grobes Foul)