VfB Stuttgart

1:1 in Bielefeld: Warum sich der VfB Stuttgart über zwei verlorene Punkte ärgern muss

Fußball DSC Arminia Bielefeld vs. VfB Stuttgart
Der VfB Stuttgart hält einen direkten Konkurrenten im Rennen um den Klassenverbleib mit einem Remis knapp hinter sich. Das Ergebnis gerät nach dem Spiel aber in den Hintergrund. © Pressefoto Baumann

Das vierte Spiel in Folge ungeschlagen, den Abstand auf den direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld gewahrt. Das ist die positive Lesart. Doch der VfB Stuttgart muss sich nach dem 1:1 (0:1) auf der Bielefelder Alm vor allem über zwei verloren Punkte im Abstiegskampf ärgern.

„Niemand erobert den Teutoburger Wald“, hatte der Bielefelder Stadionsprecher vor dem Anpfiff noch etwas martialisch in sein Mikrofon gebrüllt. Er sollte Recht behalten. Was allerdings weniger an der heroischen Leistung der Hausherren lag, sondern vielmehr am Stuttgarter Chancenwucher. „Wenn man Chancen und Spielverlauf sieht, sind es für uns zwei Punkte zu wenig“, resümierte VfB-Trainer Pellergino Matarazzo im Nachgang. 

Kalajdzic gibt den Aushilfs-Sanitäter

„Defensiv haben wir kaum etwas zugelassen, bekommen aber dann doch den Ausgleich. Letztlich hätten wir aber vorher schon unsere Gelegenheiten konsequenter nutzen müssen“, ärgerte sich auch Torschütze Sasa Kalajdzic. Der Österreicher war an diesem Spieltag nicht nur aufgrund seines verwandelten Handelfmeters in der 25. Minute eine der prägenden Figuren an diesem spätwinterlichen Nachmittag in Ostwestfalen.

In der Nachspielzeit war Bielefelds Fabian Klos übel mit seinem Teamkollegen Alessandro zusammengerauscht. Da die Sanitäter nur zögerlich aufs Feld kamen, schnappte sich Kalajdzic kurzerhand eine der Tragen und marschierte zum benommen am Boden liegenden Klos. Im Stadion brandete sofort Applaus für den beherzten Einsatz des gegnerischen Angreifers auf. Wenig später folgten lautstarke „Fabi!-Rufe“, als der Bielefelder Kultstürmer und Rekordtorschütze vom Platz getragen wurden. 

„Eine außergewöhnliche Aktion“, lobte anschließend Arminen-Coach Frank Kramer: „Dem Sasa ist es glaube ich einfach zu langsam gegangen. Und weil er sich, was seinen Speed betrifft, überlegen gefühlt hat zu den Sanitätern, hat er sich die Trage geschnappt.“

Zum Ur-Arminen Klos sagte Kramer: „Ziemlich brutal, wenn man auch um die Vorgeschichte weiß - die Verletzung, die er vor ein paar Jahren hatte. Das ist schon ziemlich krass.“ Klos hatte sich 2013 bereits schwerer am Kopf verletzt. Am Samstagnachmittag hielt sich der 34-Jährige die Hände vors Gesicht, als er vom Spielfeld getragen wurde.

Mislintat hadert: „Wenn wir vor der Pause noch das 2:0 machen, wäre es ein richtiger Punch gewesen“

Dementsprechend schwer fiel es im Nachgang allen Beteiligten über die vorangegangenen intensiven 93 Minuten Fußball zu reden. „Was nach dem Schlusspfiff zählt, ist, dass es Fabi Klos nicht schwerer erwischt hat“, sagte beispielsweise VfB-Sportdirektor Sven Mislintat.

„Wir sind zufrieden mit der Spielleistung und hätten die drei Punkte verdient gehabt. Wenn wir vor der Pause noch das 2:0 machen, wäre es ein richtiger Punch gewesen“, haderte der Kaderplaner jedoch mit den zahlreichen ungenutzten Großchancen seiner Mannschaft. So vergaben beispielsweise Omar Marmoush (40.) und Tiago Tomas (54.) aus aussichtsreicher Position, Konstantinos Mavropanos (78.) und Pascal Stenzel (77.) scheiterten wiederum am bärenstarken DSC-Keeper Stefan Ortega. 

Mit mehr Konsequenz und Präzision im Abschluss wäre der erste Stuttgarter Bundesliga-Sieg gegen die Arminia seit 2007 durchaus möglich gewesen. Die Schwaben können mit dem einen Zähler allerdings weitaus besser leben als die Hausherren. Der Abstand auf die Abstiegszone wurde gewahrt. Immerhin.

Letztlich gaben sich beide Cheftrainer mit einem „Teilerfolg“ im Kampf um den Ligaverbleib zufrieden. „Was der Punkt am Ende wert sein wird, werden wir sehen“, meinte Frank Kramer. Und der gleiche Gedanke dürfte auch Pellegrino Matarazzo gekommen sein. 

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