VfB Stuttgart

3:0 bei Slovan Bratislava: VfB Stuttgart holt glanzlosen zweiten CL-Sieg

Viel Kampf und Leidensfähigkeit waren gefordert für den VfB um Torschütze Deniz Undav.
Viel Kampf und Leidensfähigkeit waren gefordert für den VfB um Torschütze Deniz Undav. © Martin Baumann

Bratislava. Der VfB Stuttgart hat sein Auswärtsspiel in der Champions League bei Slovan Bratislava mit 3:0 gewonnen. Dabei wurden die Schwaben beim slowakischen Meister ihrer Favoritenrolle gerecht und stehen nun nach zwei Spielen mit sechs Punkten und damit voller Ausbeute in der Königsklasse da. Es war besonders in der zweiten Halbzeit kein glanzvoller, aber ein unterm Strich verdienter Sieg Hoeneß-Elf. Für den VfB trafen Deniz Undav und Ermedin Demirovic, ein Eigentor trug zudem zum Endstand bei. Wir waren beim Stuttgarter Spiel in Bratislava vor Ort und berichten.

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VfB Stuttgart: Bredlow startet für Seimen

Sebastian Hoeneß reagierte auf die Verletzung von Maximilian Mittelstädt, indem Ramon Hendriks auf die linke Verteidigung rückte. Das war möglich, weil Jeff Chabot rechtzeitig für das Abwehrzentrum fit wurde. Insgesamt wechselte der VfB-Coach fünfmal im Vergleich zur Startelf gegen den SC Paderborn – darunter war auch Fabian Bredlow, der wieder für Youngster Dennis Seimen ins Stuttgarter Tor rückte – kein Aufreger, aber dennoch eine kleine Überraschung, nachdem Seimen erst am Wochenende nach Verletzungspause debütiert hatte.

Die erste gefährliche Aktion hatten die Hausherren, deren Marktwert (38 Millionen, Transfermarkt) tatsächlich geringer als der von VfB-Star Angelo Stiller ist: Bredlow wischte eine Flanke von Sandro Cruz aus der Gefahrenzone (1.). Im Anschluss übernahmen aber die Gäste die Spielkontrolle, von Bratislava kam bis auf wenige Umschaltsituationen bis zur Pause kaum mehr etwas. Josha Vagnoman hätte bereits früh treffen müssen, scheiterte aber an Slovans Torhüter Dominik Takac.

Deniz Undav trifft zur VfB-Führung

Ramon Hendriks verpasste per Kopf (15.), ehe Deniz Undav mit zwei Abschlüssen und Grischa Prömel eine Dreifachchance im Fünfmeterraum vergaben (24.). Wenig später sollte es aber das erste Pflichtspieltor für den VfB-Kapitän in dieser Saison geben: Vagnoman eroberte den Ball, spielte stark ins Zentrum auf Angelo Stiller, der leitete auf Undav weiter. Sein Abschluss mit links ins lange Eck? Im Stile des Undavs aus der vergangenen Saison, der Ball passte, Stuttgart führte (29.).

Im Anschluss traf Vagnoman nach einer Ecke noch die Latte (34.), ansonsten schalteten die Schwaben zurück – und nahmen nach Geschmack ihres Trainers dabei zu viele Gänge heraus, Hoeneß bemängelte lautstark das „kack Tempo“, wie er hörbar beanstandete (43.). Seine Spieler setzten im Anschluss wieder Akzente, verpassten aber die Führung, weil Takac zweimal stark hielt: Bilal El Khannouss und Chris Führich waren jeweils nach innen gezogen, die Abschlüsse hatte der Heimkeeper (44./45.).

VfB gerät nach Halbzeit ins Wanken, Eigentor erlöst

Nach der Halbzeit brachte der VfB zunächst nicht die Spielkontrolle des ersten Durchgangs auf den Platz und hatte in der 53. Minute richtig Glück: Nach einem Abstoß war Suleiman Camara plötzlich durch und schob den Ball an Bredlow vorbei ins Tor. Das Schiedsrichtergespann entschied auf Abseits – ob Kapitän Andraz Sporar bei der vermeintlichen Weiterleitung auf Camara überhaupt am Ball war, war auf TV-Wiederholungen allerdings nicht klarzu erkennen. Am Ende blieb der VAR bei der Abseitsentscheidung.

Im Anschluss verpasste Dzenan Pejcinovic aus wenigen Metern die Antwort (57.) in einer Phase, in der das Spiel zu kippen drohte. Stuttgart wackelte merklich, Sandro Cruz traf nach mehreren Schläfrigkeiten in der VfB-Defensive die Latte (61.). Slovan drückte die Gäste tief in die eigene Hälfte, hätte sich zu diesem Zeitpunkt den Ausgleich verdient gehabt – bis ein Eigentor dann das erlösende 2:0 für den VfB brachte. Vagnoman wollte von der Grundlinie nach innen legen, traf das Bein von Slovan-Verteidiger Sandro Cruz, der unglücklich ins Tor abfälschte (65.).

Schlussphase: VfB spielt es locker herunter, Demirovic trifft

Fast hätte Leo Sauer kurz nach seiner Einwechslung für die Geschichte des Abends gesorgt, vergab aber gegen seinen Jugendklub aus spitzem Winkel und wenigen Metern (73.). Stuttgart erspielte sich inzwischen wieder Chancen, ging aber zu spendabel damit um: Deniz Undav hätte aus wenigen Metern schießen müssen, scheiterte aber dann mit seinem Querpass an Jamie Leweling (74.). Eigentlich war die Schlussphase dann ruhig, der VfB spielte es herunter – dann entschlossen sich die Joker aber noch einmal, das Tempo anzuziehen: Lorenz Assignon flankte, Ermedin Demirovic köpfte, der 3:0-Endstand war perfekt (90.).

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