VfB Stuttgart

Alexander Wehrle legt beim VfB los: Aufbruchstimmung im Abstiegskampf

Fußball VfB Stuttgart PK Alexander Wehrle
Der neue Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle und Präsident Claus Vogt (re.). © Pressefoto Baumann

Corona-Krise und Abstiegssorgen: In komplizierten Zeiten übernimmt Alexander Wehrle als neuer CEO das Ruder beim VfB Stuttgart. Nach neun Jahren beim 1. FC Köln ist die Rückkehr nach Bad Cannstatt für den 47-Jährigen dabei auch ein Nachhausekommen. An seiner alten Wirkungsstätte warten große Herausforderungen. Genau deshalb ist Wehrle zurück. Und bei seinem ersten Auftritt versprühte er direkt Aufbruchstimmung.

Klares Bekenntnis zu Mercedes Benz

Mit blauem Hemd, hellgrauem Anzug und viel Optimismus hat sich Wehrle am Mittwochnachmittag (23.03.) der versammelten Stuttgarter Presse vorgestellt. Die wirtschaftliche Situation des VfB beschrieb er auf dem Podium im Bauch der Mercedes-Benz-Arena als „riesengroße“ Aufgabe: „Über 80 Millionen Euro Corona-Umsatzverlust für den VfB Stuttgart sind ein Brett.“ Sein Ziel als neuer Vorstandsvorsitzender sei es, „maximal sportlichen Erfolg zu erzielen, ohne die wirtschaftliche Existenz des Clubs zu gefährden“. 

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Dafür will er den Ankerinvestor von der anderen Straßenseite „noch viel, viel enger in die Kooperation mit dem VfB bringen“. Die Themenfelder Digitalisierung, Innovation und internationales Netzwerk will er gemeinsam mit Mercedes Benz voranbringen. Medienberichte, wonach der Autobauer seinen Ausstieg beim VfB plane, hatten unlängst für Unruhe gesorgt. Wehrle stellte nun bei seinem ersten offiziellen Termin klar: „Alle beneiden uns um den Ankerinvestor Mercedes. Das ist etwas Besonderes.“

„Es freut mich, wieder zu Hause zu sein“

Das lässt sich auch über die Rückkehr von Alexander Wehrle ins rote Clubhaus an der Mercedesstraße 109 sagen. „Es freut mich, wieder zu Hause zu sein. Der VfB ist für mich eine Herzensangelegenheit. Als ich am Montag die Geschäftsstelle betreten habe, war das ein sehr emotionaler Moment“, sagt Wehrle, der zwischen 2003 und Anfang 2013 als Referent des Vorstands beim VfB tätig war. Damals noch unter Präsident Erwin Staudt. 

Der traut seinem ehemaligen Schützling nun einiges zu. Er habe ihm „auf jeden Fall“ früh einen Aufstieg zugetraut, sagte Staudt der dpa. „Der Junge war eine Allzweckwaffe“, so der VfB-Ehrenpräsident: „Er war immer neugierig, interessiert, loyal, fleißig, enthusiastisch und kommunikativ.“ Staudt hält Wehrle in dieser schwierigen finanziellen Situation jedenfalls für genau den richtigen Mann: „Er kann einfach gut mit Leuten. Er kann gut überzeugen und geduldig zuhören. Ich habe volles Vertrauen, dass er das schafft“.

Warum sich der Aufsichtsrat für Alexander Wehrle entschieden hat

Auch der amtierende Präsident Claus Vogt ist vom neuen starken Mann im Vorstand der AG überzeugt: „Wir haben uns für den besten Kandidaten entschieden. Alex bringt unheimlich viel mit. Er ist für uns die Idealbesetzung.“ Dabei spielten vor allem Wehrles langjährige Management-Erfahrung und seine guten Drähte zu DFB und DFL eine Rolle. In beiden Verbänden sitzt Wehrle im Präsidium. Auch davon soll der VfB profitieren. 

Aber zunächst einmal will der neue Vorstandsvorsitzende alles dem Saisonziel Klassenverbleib in der Bundesliga unterordnen. Aber auch die Vertragsverlängerungen mit Sportdirektor Sven Mislintat und Trainer Pellegrino Matarazzo stehen auf der Prioritätenliste weit oben: „Die beiden sind Schlüsselfiguren.“ Er habe mit den sportlich Verantwortlichen bereits „sehr, sehr gute Gespräche“ geführt. Der Vertrag mit Matarazzo läuft noch bis zum Sommer 2024, Mislintat hat bis 2023 unterschrieben. 

Wehrle zunächst CEO und Sportvorstand in Personalunion

Als Nachfolger von Thomas Hitzlsperger übernimmt Wehrle zunächst auch den Posten des Sportvorstands. Die Rollenverteilung könnte sich in den kommenden Monaten verändern. „Ich werde noch ganz viele Gespräche führen. Am Ende werde ich zusammen mit meinen Vorstandskollegen dem Aufsichtsrat die Empfehlung geben, die die beste für den VfB Stuttgart ist“, so Wehrle. In den „nächsten zwei, drei Monaten“ werde man Entscheidungen dazu treffen.

Grabenkämpfe sollen der Vergangenheit angehören

Bei seinem ersten Aufschlag machte Wehrle darüber hinaus klar, dass die alten Grabenkämpfe zwischen dem e.V. und der AG endgültig der Vergangenheit angehören sollen: „Für mich gibt nur einen VfB Stuttgart.“ Mit Ruhe, Geschlossenheit und Kontinuität will er den VfB zu einem „der nachhaltigsten Klubs der Fußball-Bundesliga“ machen und den Traditionsverein auch wieder fester in Stadt und Region verankern: „Der VfB mit all seiner Wucht, wir können die Lokomotive einer Bewegung sein.“

Und auch das will Wehrle wieder zurückbringen: Selbstbewusstsein. „Wir haben über 70.000 Mitglieder, sind in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands zu Hause und wir haben für den VfB Stuttgart spannende Projekte vor der Brust.“ Klingt nach Aufbruchsstimmung. Doch zunächst einmal muss der Klub den dritten Abstieg innerhalb von sechs Jahren verhindern. 

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