VfB Stuttgart

Anabolika für den VfB

Anabolika_0
Der offenbar psychisch kranke Mann stand wohl stark unter Medikamenteneinfluss. © Ramona Adolf

Stuttgart.
Ein neues Gutachten zur Dopingvergangenheit der Uniklinik Freiburg belegt, dass der damalige Bundesligist VfB Stuttgart im Jahr 1978 mindestens Anabolika erhalten haben soll.

1000 Tabletten Anabolika

Medienberichten zufolge, soll der VfB im Jahr 1978 mindestens 1000 Tabletten des leistungssteigernden Anabolikums Megagrisevit erhalten haben, allein 600 Stück für ein Trainingslager im Sommer 1978 in den USA. Die Lieferungen erfolgten durch eine von zwei Apotheken, die der Freiburger Sportmediziner Prof. Dr. Armin Klümper regelmäßig nutzte. Dies geht aus einem bisher unveröffentlichen Gutachten hervor, welches dem SWR vorliegt.

Die Evaluierungskommission "Freiburger Sportmedizin", die sich mit der Doping-Vergangenheit an der Freiburger Universität beschäftigt, hatte schon 2015 Beweise für die Verabreichung von Anabolika beim VfB Stuttgart und SC Freiburg gefunden und veröffentlicht.

Doping "im größerem Umfang"

Professor Armin Klümper, der damalige Leiter der Sporttraumatologischen Spezialambulanz soll in den "späten 1970er und frühen 1980er Jahren" beim Bundesligisten aus Stuttgart "im größeren Umfang" und "wenn auch nur punktuell nachweisbar" beim damaligen Zweitligisten aus Freiburg Anabolikadoping vorgenommen haben. "Erstmals" sei der "sichere Befund möglich, dass Anabolikadoping auch im Profifußball eine signifikante Rolle spielte", schrieb Andreas Singler, Mitglied der Evaluierungskommission, bereits im vergangenen Jahr.