VfB Stuttgart

Aufklärung der Datenaffäre: So hat sich VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger zu den Vorwürfen geäußert

Kopie von Kopie von Thomas Hitzlsperger_0
Äußerte sich zu den Vorwürfen rund um die Aufklärungsarbeit der Datenaffäre: AG-Chef Thomas Hitzlsperger. © ZVW/Benjamin Büttner

"Ich bin das Gegenteil von einem Spalter": Thomas Hitzlsperger, der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart, hat am Sonntagmorgen (24.01.) Stellung zu den Vorwürfen genommen, der Vorstand und Teile des Präsidiums würden die Aufklärungsarbeit rund um die Datenaffäre blockieren. Zu seiner Bewerbung für das Präsidentenamt äußerte er sich nicht.

Hitzlsperger: "Ich habe immer noch meinen Wertekanon"

Zu Beginn der Presserunde gab der Ex-Profi ein Statement ab. Er habe zu den Vorwürfen gegen seine Person lange genug geschwiegen, die vergangenen drei Wochen seien für ihn die "größte Herausforderung" gewesen. Es sei an der Zeit, Stellung zu beziehen. "Es kann nicht sein, dass in den letzten sechs, sieben Tagen alles in Frage steht, wofür ich mein Leben lang gestanden bin. Dagegen möchte ich mich entschieden wehren."

Die Vorwürfe gegen seine Person würden den Umgang miteinander offen legen: "Ein Umgang, in dem Halbsätze zitiert werden, die anscheinend mehr zählen, als eine jahrelange gute Aufbauarbeit - ein Umgang, wo Behauptungen nicht mehr hinterfragt werden." Weiter: "Die persönlichen Vorwürfe haben mich extrem getroffen." Ihm werde vorgeworfen, er würde die Aufklärung verschleiern und er hätte seinen Wertekanon verraten. "Das Gegenteil ist der Fakt. Ich stehe zu meinem Wertekanon." 

Hitzlsperger will "rechtskonforme" Aufklärung - und den Abschlussbericht abwarten 

Es gehe nicht darum, etwas zu verschleiern, sondern eine rechtskonforme Aufklärung zu ermöglichen. "Wenn der Abschlussbericht auf dem Tisch liegt, werden wir ihn nüchtern prüfen und die nötigen Konsequenzen ziehen." Fehlverhalten werde sanktioniert, so der Hitzlsperger. "Bis dahin bleiben wir fair und urteilen dann, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen."

Er stehe dafür ein, die Daten-Affäre rechtlich sauber aufzuklären. Von Außen betrachtet wirke es so, dass die Einhaltung der Gesetze die Aufklärungsarbeit behindere: "Da kann man von Außen schnell fordern, dass Köpfe rollen sollen. Das ist aber zu billig." 

Hitzlsperger kritisiert Berichterstattung rund um den Zwischenbericht

Zum Zwischenbericht, der von der Stuttgarter Zeitung in Auszügen veröffentlich wurde, sagte er: "In der Berichterstattung wurden Mitarbeiter und Führungskräfte namentlich genannt und beschuldigt. Viele Leute fordern Werte ein, aber kaum jemand scheint ein Problem damit zu haben, unsere Mitarbeiter aufgrund eines ''Zwischenberichts' öffentlich an den Pranger zu stellen."

Arbeitsrechtlich wäre es zudem nicht möglich gewesen, die Konten von den beschuldigten VfB-Mitarbeitern Oliver Schraft und Uwe Fischer zu sperren. Anwälte und IT-Experten bestätigten ihm dieses Vorgehen.

Die Frage sei, ob man es haben wolle, seine Mitarbeiter im Stich zu lassen, ohne das alle Fakten auf dem Tisch liegen. "Wollen wir den Grundsatz der Unschuldsvermutung bis zum Gegenbeweis wirklich über Bord werfen?" Das sei zwar einfach, er wolle sich daran aber nicht beteiligen. 

Hitzlsperger zu seinem Brief in Richtung Claus Vogt: "War nicht meine Sternstunde"

Der Vorstandsvorsitzende ordnete auch seinen vierseitigen Brief in Richtung des Präsidenten Claus Vogt ein: "Es kam von meiner Seite zu Überreaktionen". Der Brief sei im Rückblick nicht seine Sternstunde gewesen, er habe sich von Emotionen verleiten lassen. Er habe sich dafür aber bereits entschuldigt.