VfB Stuttgart

Bielefeld hält die Klasse, VfB wird Neunter: So lief das Saisonfinale in der Mercedes-Benz-Arena

Fußball VfB Stuttgart vs. Arminia Bielefeld
Stuttgarts Kapitän Gonzalo Castro stand gegen Arminia Bielefeld zum letzten Mal für den VfB auf dem Platz. © Pressefoto Baumann

So ein entspanntes Saisonfinale haben die Fans des VfB Stuttgart schon lange nicht mehr erlebt. In den letzten Jahren hatten die Schwaben am letzten Spieltag meist um den Aufstieg oder gegen den Abstieg gekämpft. Doch in diesem Jahr brachten die Weiß-Roten ihre Spielzeit blutdruckschonend für ihren Anhang zu Ende. Zwar bestand zum Abschluss der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga noch eine kleine Chance auf Europa, doch das große Herzschlagfinale gab es am Ende dieser Corona-Spielzeit nicht.

Letztlich verabschiedete sich der VfB am Samstag (22.05.) mit einem 0:2 (0:0) gegen Mitaufsteiger Arminia Bielefeld in die Sommerpause. Und während sich die Ostwestfalen über den Klassenverbleib freuen dürfen, beenden die Stuttgarter die Saison auf einem starken 9. Tabellenplatz. Für beide Liga-Neulingen gilt also: Saisonziel erreicht! „Natürlich tut es weh, das letzte Spiel zu verlieren. Aber unter dem Strich steht eine positive Saison“, bilanzierte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo nach dem Spiel.

Doan trifft den Pfosten, Kalajdzic-Tor zählt nicht

Von Abstiegskampf bzw. dem Duell um Europa war unter der warmen Cannstatter Mittagssonne zunächst wenig zu spüren, geschweige denn zu sehen. Nach einer gemütlichen Anfangsphase schreckte ein Pfosten-Knaller von Bielefelds Ritsu Doan die Fanlager erstmals auf. Stuttgarts Mittelfeldspieler Atakan Karazor hatte fast schon todesmutig seinen Kopf in die Schussbahn gehalten und den Ball so entscheidend abgefälscht (11.).

In der Folge rissen die nun aufgeweckten Hausherren mehr und mehr das Spielgeschehen an sich, die Partie taute allmählich auf. Vor allem der in der Bielefelder Jugendabteilung ausgebildete Roberto Massimo sorgte auf der rechte Außenbahn für ordentlich Betrieb. Mit einem Flankenlauf bereitete er auch den vermeintlichen Führungstreffer von Sasa Kalajdzic vor, doch der VAR nahm das Tor aufgrund einer Abseitsstellung zurück (34.).

Da die Schwaben ihre 75 Prozent Ballbesitz aber nur selten in gefährliche Abschlusspositionen überführen konnten, blieb es beim torlosen Remis zur Pause. Bielefeld stand weitgehend stabil in der Defensive, die wenigen eigenen Konterchancen spielten die Ostwestfalen nicht sauber zu Ende. Auch dem VfB fehlten im letzten Drittel oftmals die nötige Konsequenz und Konzentration.

Klos und Doan lassen Bielefeld jubeln

Das Offensivspiel der Gäste war auch in den zweiten 45 Minuten zunächst nur in Ansätzen erkennbar. Folglich änderte sich an der Verteilung der Spielanteile wenig. Die Ergebnisse auf den anderen Plätzen bestärkten beide Teams in ihrem Vorgehen. Die klare 3:0-Führung der Gladbacher gegen Werder Bremen nach rund einer Stunde (Endstand 4:2) hielt zum einen die Bielefelder direkt in der Liga und machte gleichzeitig die Europapokal-Hoffnungen des VfB zunichte.

Als dann auch noch Fabian Klos vom Elfmeterpunkt die Führung erzielte, stürmte die Bielefelder Bank auf den Platz (66.). Nur sechs Minuten später brachen dann alle Dämme: Doan hatte die VfB-Abwehr wie Slalomstangen stehen lassen und das 2:0 erzielt. Klos hätte per Kopf sogar noch erhöhen können (81.). Der anschließenden Party tat seine vergebene Chance aber keinen Abbruch.

VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld 0:2 (0:0)

Stuttgart: Kobel - Kempf (79. Kaminski), Anton, Stenzel - Sosa, Karazor, Klement (59. Didavi), Massimo (73. Churlinov) - Castro (79. Al Ghaddioui), Förster (59. Ahamada) - Kalajdzic

Bielefeld: Ortega - Laursen (56. de Medina), Nilsson, Pieper, Brunner - Maier, Prietl, Okugawa (88. Kunze) - Voglsammer (79. Schipplock), Klos (88. van der Hoorn), Doan (88. Gebauer)

Tore: 0:1 Klos (66./FE), 0:2 Doan (72.)

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Zuschauer: -

Gelbe Karte: Ahamada