VfB Stuttgart

„Das ändert etwas“: Wie der VfB das Play-off-Hinspiel in Glasgow angehen will

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß auf dem Pressepodium.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß auf dem Pressepodium. © Julia Rahn

Glasgow. Der VfB Stuttgart steht vor dem Hinspiel der Play-offs der Europa League (Donnerstag/21Uhr/RTL) vor einer schweren Auswärtsaufgabe bei Celtic Glasgow. Dabei warten auf den VfB nicht nur ein anspruchsvoller Gegner und die ungewohnte Situation einer K.o.-Phase im europäischen Wettbewerb – auch das System mit Hin- und Rückspiel ist für die Schwaben in den vergangenen Jahren und insbesondere unter Sebastian Hoeneß ein Novum. Wir sind in Glasgow vor Ort und berichten, wie der VfB-Trainer auf das wichtige Spiel blickt.

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VfB Stuttgart: Celtic Glasgow „mit das schwerste Los“

Es ist eine Frage, die sich Teams in europäischen Wettbewerben mit dem gleichen Modus immer wieder stellen müssen: Taktiere ich und setze meine Trümpfe auf das noch ausstehende Rückspiel, in dem vielleicht meine Heimfans den Unterschied ausmachen könnten? Auch ohne die 2021 abgeschaffte Auswärtstorregel stellen sich diese und ähnliche Fragen nach Spielchen und Herangehensweisen weiterhin vor den Hinspielen einer solchen K.o.-Serie.

So auch für den VfB Stuttgart, der den ersten Akt der Play-offs der Europa League bei keinem geringeren als dem schottischen Rekordmeister und Traditionsklub Celtic Glasgow spielen wird. „Mit das schwerste Los, dass du bekommen konntest“, weiß auch VfB-Coach Sebastian Hoeneß, dass gegen Glasgow im legendären „Celtic Park“ alles andere als ein Spaziergang wartet. „Aber auch ein reizvolles Los, weil wir nun in diesem altehrwürdigen Stadion spielen dürfen. Das kann hier eine Energie erzeugen.“

Hoeneß und Stiller besuchten bereits gemeinsam den Celtic Park

Hoeneß war bereits als Jugendtrainer des FC Bayern München bei Celtic zu Gast, verfolgte mit seiner damaligen Mannschaft eines Abends das Gastspiel der FCB-Profis im Celtic Park. In jener Runde ebenfalls dabei: der heutige VfB-Spielmacher Angelo Stiller. Sowohl der Coach als auch das Gehirn der VfB-Mannschaft wissen also, was sie erwartet: Power von den Rängen (wobei die aktive Fanszene nach Streit mit der Klubführung draußen bleibt), Emotionalität, alles andere als ein Freifahrtsschein.

Setzt Hoeneß also in Glasgow auf einen anderen Matchplan? Schließlich wartet in der kommenden Woche noch das Rückspiel in der Stuttgarter MHP-Arena, bei dem die Schwaben mit den eigenen Fans im Rücken den Einzug ins Achtelfinale klarmachen wollen – dafür darf aber keine zu große Ergebnishypothek aus Schottland mitgebracht werden.

Das ändert der K.o.-Modus an Hoeneß’ Herangehensweise

„Das ändert etwas und ist ein Unterschied“, sagt Sebastian Hoeneß zum Modus mit Hin- und Rückspiel. „Du musst vielleicht ein oder zwei Szenarien gedanklich durchspielen: Was machen wir in der Endphase, wie verhalten wir uns bei gewissen Konstellationen?“ Worauf der Trainer anspielen könnte: Im Kopf sieht man nicht nur die 90 Minuten in Glasgow, sondern auch die 180 Minuten beider Spiele als Ganzes. Unwahrscheinlich also, dass die Schwaben bei einem knappen Rückstand oder Unentschieden kurz vor Schluss mit vollem Risiko anrennen werden und – egal wie es steht – eine machbare Ausgangsposition für das Rückspiel aufs Spiel setzen.

„Aber: Zu Beginn des Spiels wird es kein Taktieren geben“, stellt Hoeneß auch klar. „Wir wollen bei uns bleiben und versuchen, unsere Stärken auf den Platz zu bringen.“ Vom spielerischen Weg will seine Elf also nicht abweichen, auch wenn das alleine gegen die von Trainerlegende Martin O’Neill geleiteten Celtics keine leichte Aufgabe wird. Wenn die Stuttgarter auf dem Platz aber ihre Qualität auf den Rasen bringen – was in Europa auswärts zuletzt eher mäßig klappte – und die mitgereisten schwäbischen Fans ihre Wucht auch auf der Insel entfachen können, dürften die Chancen nicht allzu schlecht stehen: auf eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel und auf eine weitere große Nacht auf der Europareise des VfB Stuttgart.

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