VfB Stuttgart

Daten-Affäre beim VfB Stuttgart: Das Ende ist in Sicht, aber zwei entscheidende Fragen noch offen

Fußball Bundesliga Eintracht  Frankfurt vs. VfB Stuttgart
Vorstandschef Thomas Hitzlsperger (li.) und Präsident Claus Vogt wollen die Daten-Affäre zu einem Abschluss bringen. © Pressefoto Baumann

In der nächsten Woche könnte die Daten-Affäre beim VfB Stuttgart zu einem Abschluss gebracht werden. Der Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink hat an diesem Mittwoch (10.03.) seine Ermittlung geschlossen und die Höhe des Bußgeldes bekannt gegeben. „Der VfB zahlt ein Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro und verzichtet auf weitere Rechtsmittel“, teilte der VfB anschließend mit. Weiter bittet der Club seine Mitglieder und Fans um Entschuldigung „für die Vorfälle in der Vergangenheit“.

Damit ist die Thematik zumindest aus Behördensicht beendet. Und auch VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger will das Kapitel endlich schließen. „Ich will das Thema nicht vertuschen, ich habe nichts zu verstecken. Aber der Fokus gehört endlich wieder aufs Sportliche, der Imageschaden für den VfB muss gestoppt werden“, sagte der Ex-Profi in einem Interview mit der Sport Bild. Jetzt, da das Ende der Affäre in Sicht ist, sind allerdings noch zwei entscheidende Fragen offen.

Wie und in welcher Form wird der Esecon-Bericht veröffentlicht?

Die Berliner Ermittler hatten im Auftrag der VfB-AG und des Vereins zwei Berichte zur illegalen Weitergabe von Mitgliederdaten in den Jahren 2016, 2017 und 2018 erstellt. Seit Anfang Februar liegen die Abschlussberichte den Gremien vor. Auf Basis der Dossiers wurden bereits weitere Rechtsgutachten eingeholt, die letztlich zur Entlassung von zwei Mitarbeitern geführt haben.

Ob und in welcher Form die Berichte nun auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ist noch nicht klar. Präsident Claus Vogt plädiert unter Berücksichtigung des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte nach wie vor für eine Veröffentlichung im Internet.

Thomas Hitzlsperger hingegen hatte zuletzt folgende Variante ins Spiel gebracht: Der Bericht soll allen Interessierten in der Geschäftsstelle des Clubs zugänglich gemacht werden, dabei sollen personenbezogene Daten aus juristischen Gründen geschwärzt werden.

Am Mittwoch teilte der VfB nun mit: „Zum Abschluss des Bußgeldverfahrens sowie weiteren mit dem Themenkomplex der Datenaffäre in Zusammenhang stehenden Themen gehen den Mitgliedern des VfB Stuttgart 1893 e.V. in der kommenden Woche weiterführende Informationen zu. Aufgrund derzeit laufender personalrechtlicher Verfahren ist zum jetzigen Zeitpunkt jedwede Form der Veröffentlichung der Berichte und Gutachten rechtlich nicht möglich.“

Warum mussten die Vorstände Stefan Heim und Jochen Röttgermann gehen?

Einstimmig wurden die langjährigen Vorstände für Finanzen (Heim) und Marketing (Röttgermann) vor drei Wochen vom Aufsichtsrat abberufen. In der Mitteilung vom 13. Februar wurden allerdings keine Gründe für die Entlassung der AG-Führungskräfte genannt.

Eine Antwort auf die brisante Frage gibt es womöglich am kommenden Montag (15.03.). Dann werden der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende Claus Vogt sowie Vorstandschef Thomas Hitzlsperger „ausführlich zur gesamten Thematik öffentlich Stellung beziehen“, so Vogt.

Zudem werde man den VfB-Mitgliedern „weiterführende Informationen“ zugehen lassen, um so das unrühmliche Kapitel „Daten-Affäre“ endgültig zuzuschlagen.